ÖAMTC-EURO-Spritpreischeck: Super ist in der Schweiz günstiger als in Österreich

Schweizer Autofahrer wissen, wohin ihre Mineralölsteuer fließt

Wien (OTS) - Österreich und die Schweiz werden als gemeinsame Veranstalter der EURO 2008 gerne miteinander verglichen. Die geografischen Gegebenheiten sind ähnlich, beide Länder liegen mitten in Europa, haben hohe Berge und Seen und sind Transitländer. Fans reisen dort wie da mit dem Auto zu den Spielen an. Das hat Elisabeth Brandau, Verkehrswirtschaftsexpertin des ÖAMTC, zum Anlass genommen, die Spritpreise in den beiden Binnenländern näher zu betrachten. "Es ist doch recht erstaunlich, dass man in der sonst so teuren Schweiz weniger für's Tanken zahlt als in Österreich", sagt Brandau.

So kostet ein Liter Super in der Schweiz durchschnittlich rund 1,20 Euro. In Österreich zahlt man dafür 1,33 Euro. Nicht ganz so groß ist der Unterschied beim Diesel mit rund 1,38 in der Schweiz und 1,39 Euro pro Liter in Österreich. Die Mineralölsteuer, die im Sprit steckt, beschert der Schweiz jährlich rund drei Milliarden Euro, dem österreichischen Fiskus rund vier Milliarden. Während in der Schweiz die Mineralölsteuer höher ist als in Österreich, liegt die Mehrwertsteuer bei nur 7,6 Prozent.

"Im Unterschied zu den österreichischen Autofahrern wissen die Schweizer Autofahrer allerdings genau, was mit diesen Mineralölsteuermitteln geschieht", sagt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin. Rund 70 Prozent fließen bei unseren Nachbarn in den Straßenbau, der Großteil wiederum in die Nationalstraßen. Diese sind vergleichbar mit den Autobahnen in Österreich. Brandau: "Und von Milliardenschulden ist in der Schweiz bekanntlich keine Rede. Die immer wieder als Vorbild zitierte Schweiz zeigt uns, dass dieses System äußerst gut funktioniert."

Klimarappen und Klimafonds - Was hat die Schweiz, was wir nicht haben?

Mit der "Stiftung Klimarappen" hat sich die Schweizer Wirtschaft für eine freiwillige und wirksame Vereinbarung zur Förderung des Klimaschutzes entschieden. Finanziert wird die Stiftung durch eine Abgabe von 1,5 Rappen (0,93 Cent) pro Liter auf allen Benzin- und Dieselimporten. Mit der freiwilligen Entscheidung zur Leistung eines Klimarappens sollte verhindert werden, dass dauernd weitere Steuererhöhungen ins Spiel gebracht werden. Bis 2012 stehen der Stiftung 725 Millionen Franken zur Verfügung (rund 450 Millionen Euro). 500 Millionen Franken (rund 310 Millionen Euro) davon sind für klimarelevante Projekte im Inland vorgesehen.

In Österreich wurden die Autofahrer zum Einzahlen in einen "Klimafonds" verdonnert. 150 Millionen Euro jährlich wandern aus den Zusatzeinnahmen der letzten Mineralölsteuer-Erhöhung in den Klimaschutz-Topf. Die Ergebnisse seiner Tätigkeit sind bisher eher mager bzw. nicht bekannt. "Die österreichischen Autofahrer haben ein Recht auf Transparenz", sagt die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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