Im Kampf gegen Kassenreform: Auch Primarärzte an vorderster Front

ÖÄK-Primarärztevertreter Hawliczek mahnt Solidarität ein

Wien (OTS) - In einem persönlichen Schreiben hat der Primarärztereferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Prim. Univ.-Doz. Dr. Robert Hawliczek, an die Solidarität der Abteilungsvorstände in den Spitälern appelliert, den Kampf der Ärzteschaft gegen die geplante Kassenreform zu unterstützen. Da auf die Spitäler bei Verwirklichung der Sparvorhaben enorme zusätzliche Arbeitsbelastungen zukämen, seien alle Primarärztinnen und Primarärzte aufgerufen, ihr persönliches und mediales Umfeld, Personal und die Patienten über diese anstehenden Änderungen zu informieren, riet Primarärztevertreter Hawliczek in einem Brief an seine Kolleginnen und Kollegen.

Spitalsärztinnen und -ärzte seien durch die geplante Reform in besonderer Weise betroffen. Zum einen würden die Berufschancen des Nachwuchses durch die kommenden Restriktionen stark eingeschränkt. Zum anderen aber sei eine unausgesprochene Intention, die niedergelassenen Fachärzte quasi abzuschaffen. Damit würden die Spitäler überfüllt, "obwohl schon jetzt unsere Ambulanzfrequenzen explodieren und Personalressourcen von unserer Kernaufgabe absaugen", so Hawliczek. Ärzte seien zwar "in der Regel ein eher unpolitischer, unserer schwierigen und zeit- und bildungsintensiven Profession zugewandter Menschenschlag. Trotzdem sei "jetzt der Zeitpunkt, auch politisches Bewusstsein zu zeigen und politische Verantwortung für unsere Patienten und unseren Nachwuchs zu übernehmen", betont der Primarärztereferent.

Im Einzelnen heißt es in dem Brief: " Die derzeitige Krise um die Zukunft unseres hervorragenden Gesundheitswesens eskaliert zusehends. Das grundsätzliche in Fragestellen der ärztlichen Entscheidungskompetenz und -freiheit über Diagnose und Therapie und die Unterordnung unter fremd-diktierte Normen durch die Politik gefährden die Patientensicherheit und rütteln an den Grundfesten unseres Berufsstandes.

Wir Spitalsärzte sind in mehrfacher Hinsicht betroffen. Die Ärzte, die wir ausbilden, also unser Nachwuchs wird sehr eingeschränkte Berufschancen haben. Der - wenn auch nur inoffiziell geäußerte -politische Wille zur de facto Abschaffung der niedergelassen Fachärzte wird unsere Spitäler mit Patienten überfüllen, obwohl schon jetzt unsere Ambulanzfrequenzen explodieren und Personalressourcen von unserer Kernaufgabe absaugen.

Wir Ärzte sind in der Regel ein eher unpolitischer, unserer schwierigen und zeit- und bildungsintensiven Profession zugewandter Menschenschlag. Trotzdem ist jetzt der Zeitpunkt, auch politisches Bewusstsein zu zeigen und politische Verantwortung für unsere Patienten und unseren Nachwuchs zu übernehmen.
Ich bitte Sie daher als Meinungsbilder und Entscheidungsträger in Ihrem Wirkungsbereich zu informieren und die Solidarität und Verantwortung Ihrer Ärzte für unsere Patienten einzufordern."

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