Österreich vs. Polen: Euro-Gegner und Wirtschaftspartner

Österreichischen Exporten nach Polen in der Höhe von 2,9 Mrd. Euro stehen polnische Exporte nach Österreich von 1,8 Mrd. Euro gegenüber

Wien (PWK594) - Anlässlich des bevorstehenden EURO-Matches Österreich gegen Polen am kommenden Donnerstag zieht Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl mit einem Augenzwinkern Bilanz zu den bilateralen Handelsbeziehungen: "Sportlich mögen die Polen, wenn man die FIFA-Weltrangliste hernimmt, durchaus vor Österreich liegen. Wenn wir aber den Außenhandel zwischen unseren beiden Ländern her nehmen, so sind wir die klaren Sieger."

Österreichischen Exporten nach Polen in der Höhe von 2,9 Mrd. Euro stehen polnische Exporte nach Österreich von "nur" 1,8 Mrd. Euro gegenüber (jeweils 2007). "Auch in Punkto gegenseitiges Exportwachstum schlägt Österreich Polen klar", so Leitl. Die österreichischen Ausfuhren nach Polen legten im Vorjahr um 22,3% zu, während die polnischen Exporte nach Österreich zwar auch stark, aber eben "nur um die Hälfte" (12,1%) stiegen. Ungeachtet dieses Vergleichs von Statistiken betont Leitl, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Polen hervorragend und auch freundschaftlich laufen. Polen ist ein großer und attraktiver Markt für österreichische Produkte und österreichische Unternehmen werden in Polen als erfahrene und gute Geschäftspartner geschätzt. Die Bedeutung Polens für die österreichische Wirtschaft unterstreicht die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ auch mit zwei Stützpunkten in Polen: der österreichischen Außenhandelsstelle in Warschau und dem AWO-Marketingbüro in Krakau. Gerade die Region Krakau und Südpolen bieten sich aufgrund der geographischen Nähe als attraktive Märkte für österreichische KMU an.

Die polnische Wirtschaft befindet sich auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Das BIP legte nach Zuwächsen von 3,2% (2005) sowie 6,2% (2006) im Vorjahr um 6,5% zu, wobei Bauwirtschaft, Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Anlageinvestitionen überdurchschnittlich wuchsen. 2007 profitierten österreichische Unternehmen stark von dieser positiven Wirtschaftsentwicklung. Ein Beispiel dafür ist das große neue Einkaufszentrum Zlote Tarasy im Stadtzentrum Warschaus. Für die spektakuläre 10.000m2 große Stahl-Glaskonstruktion sind Waagner-Biro Stahlbau sowie Zeman&Co verantwortlich. Im Einkaufszentrum selbst locken klingende Namen wie Swarovski, Palmers und Wolford in ihre Flagshipstores. Große österreichische oder aus Österreich kontrollierte Unternehmen wie Wienerberger, Mondi, Mayr Melnhof Packaging und Kronospan bauen ihre Produktionskapazitäten in Polen weiter aus, um noch besser von den guten Standortbedingungen profitieren zu können.

Die österreichischen Exporte nach Polen wachsen indes dynamisch. Polen nimmt etwa 2,5% des gesamten österreichischen Ausfuhrvolumens auf und steht damit unter den österreichischen Exportdestinationen auf Rang 10. Innerhalb der Top 10 war Polen Österreichs am stärksten wachsender Exportmarkt. Verantwortlich für das hohe Exportwachstum sind die generell gute Lage der polnischen Wirtschaft und der Investitionsbedarf der Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Österreichs Exportschlager sind im Alltag oft nicht sichtbar, auch wenn die österreichischen Lieferungen von Konsumgütern überdurchschnittlich stark zulegten. Zwar sind Konsumgüter wie Red Bull, Wolford-Strümpfe und Palmers-Wäsche in Polen ähnlich populär wie in Österreich, wertmäßig schlagen aber weniger bekannte Produkte wie Maschinen und Anlagen, Industriezulieferungen, Baumaterialien etc. deutlich stärker zu Buche. Österreich ist auch ein großer Investor und liegt an achter Stelle (vor Ländern wie Großbritannien, Schweiz oder Belgien).

Leitl: "Polen wird im Übrigen, genauso wie Österreich derzeit von der Vergabe der Fußballeuropameisterschaft 2012 profitieren, die es gemeinsam mit der Ukraine ausrichten wird. Ich hoffe, dass wir Österreicher dann wieder dabei sind und die polnische Gastfreundschaft genauso genießen können, wie jetzt die Polen unsere - auch wenn wir, so wie Polen diesmal, erst den Qualifikationsdurchgang bestehen müssen." (BS)

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