PRÖLL: Mit Energie aus dem Wald Klimaziele erreichen

"Woche des Waldes 2008" setzt auf Holzmobilisierung - Auszeichnung der SiegerInnen des Geschichtenwettbewerbs "WALD."

Wien (OTS) - "Was den Wald betrifft, sind wir eindeutig
Weltmeister. Bei der Holzmobilisierung müssen wir zumindest Europameister werden. Unsere Forst- und Holzwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Holz zählt zu den Rohstoffen der Zukunft - es wächst ständig nach und ist darüber hinaus in Österreich ausreichend vorhanden. Derzeit liegen wir mit unserem Biomasseeinsatz an 4. Stelle hinter Finnland, Schweden und Litauen. Bis 2020 steht uns jährlich ein zusätzliches Potenzial von 7,6 Millionen Erntefestmeter an Biomasse aus heimischen Wäldern zur Verfügung. Nun müssen wir alles daran setzen, das zusätzliche Potential auch zu nützen", so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Waldverband Österreich anlässlich der Woche des Waldes 2008 unter dem Motto "Wald ist mehrWert". *****

"Für die heimische Forstwirtschaft steht die heurige Woche des Waldes daher ganz im Zeichen der Holzmobilisierung", so Pröll weiter, "denn unsere Ziele in Richtung Klimaschutz sind sehr ambitioniert." Bis 2020 sollen 20 Prozent des Energieverbrauchs der gesamten Europäischen Union aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Die vorgeschlagene Aufteilung dieses Zieles auf die einzelnen Mitgliedsstaaten sieht für Österreich einen Anteil an erneuerbaren Energien von 34 Prozent vor. Diese Festlegung bedeutet eine Trendwende in der Energiepolitik auf EU-Ebene. Was Österreich betrifft, müssen wir unsere Anstrengungen verstärken, um diese Ziele zu erreichen.

Der Anteil an erneuerbarer Energie beträgt in Österreich derzeit etwa 23 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Nach Wasserkraft nimmt dabei Bioenergie den zweiten Platz ein, wobei der Großteil aus Holz wie etwa Waldhackgut oder Holzpellets stammt. Wichtiges Detail am Rande: Das Heizen mit Waldhackgut schont nicht nur das Klima, es ist darüber hinaus auch kostengünstig. Heizt man ein durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus mit rund 120 m2 Wohnfläche (10kW Heizlast) mit Hackgut betragen die Heizkosten pro Jahr rund 516 Euro, im Gegensatz dazu betragen die Heizkosten für dieses Haus für eine Heizöl-Heizung pro Jahr über 1.550 Euro. Diese Schere wird aller Voraussicht nach noch weiter aufgehen.

Um mehr Holz aus dem Wald zu holen, initiierte das Lebensministerium die Task-Force "Erneuerbare Energie". Die Ergebnisse für den Forst-Bereich liegen nun vor und beinhalten eine Reihe von Maßnahmen für einen verstärkten Biomasseeinsatz. Diese Maßnahmen - darunter Aufbau von Kapazitäten von Bringungs- und Transportgeräten, Vor-Ort Betreuung der Waldbesitzer oder Verbesserung der forstlichen Infrastruktur wie etwa Ausbau der Forststraßen - sollen nun in einem Folgeprojekt umgesetzt werden. Dafür stehen im Rahmen der Ländlichen Entwicklung 2007 - 2013 pro Jahr rund 18,5 Millionen Euro zur Verfügung. Schließlich stehen für Forschungszwecke im Bereich forstliche Biomasse 2008 rund 120.000 Euro zur Verfügung.

Erste Erfolge bei der verbesserten Nutzung von Biomasse sind bereits sichtbar. Der Holzeinschlag stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an und erreichte 2007 mit rund 21 Millionen Erntefestmeter erneut einen Höchstwert. Das ist im Vergleich zu 2006 um 11,4 Prozent mehr. So führten der sprunghaft steigende Bedarf an Rundholz, reduzierte Lagerkapazitäten der Holz verarbeitenden Industrie und der strenge Winter 2005/06 zu einer starken Nachfragesteigerung. Die Gründe für die Einschlagssteigerung 2007 liegen sicher auch bei den Sturmtiefs, die im letzten Jahr über Österreich hinwegfegten.

Österreich ist durchaus in der Lage, die Offensive zur Holznutzung zu starten. In den letzten Jahren ist es gelungen, den Zustand des Waldes zu verbessern - auch durch die im Österreichischen Walddialog gestarteten Initiativen und Maßnahmen. Nicht nur der Holzvorrat steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an, auch die Waldfläche wächst stetig und beträgt derzeit rund 4 Millionen Hektar. Abgesehen von den Sturmschäden geht es dem Wald in Österreich sehr gut. Externe Einflüsse wie Luftverschmutzung, überhöhte Wildbestände, Beunruhigung des Wildes durch Tourismus, Verkehr und Siedlungstätigkeit oder Waldweide führen regional zu Belastungen des Ökosystems, gefährden den Wald aber im Allgemeinen nicht existenziell. "Wir erwarten auch, dass die im Vorjahr gestartete Waldinventur den guten Zustand unseres Waldes bestätigt", so der Minister.

Waldverbände stärken Planungs- und Versorgungssicherheit mit Holz

In Zukunft geht es vor allem darum, durch geeignete und vernetzte Maßnahmen besser als bisher einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage von Rundholz und damit einen kontinuierlicheren Holzfluss zu erreichen. Genau aus diesem Grund hat das Lebensministerium das Aktionsprogramm "Holzfluss" erarbeitet. Neben der verstärkten Nutzung des vorhandenen Potentials geht es auch darum, einen kontinuierlichen Holzfluss, sowohl in Zeiten eines Überangebotes als auch in Zeiten reger Nachfrage zu erreichen.

"Das neue Aktionsprogramm bietet die ideale Ausgangslage den Holzfluss zu forcieren, um zukünftig Österreich mit nachwachsenden Waldrohstoffen optimal zu versorgen. Die Forcierung gemeinschaftlicher Aktivitäten von der Holzernte bis zur Holzvermarktung muss daher in den nächsten Jahren im Zentrum aller Bemühungen stehen. Die Waldverbände begrüßen das Aktionsprogramm des Lebensministeriums und werden mit ihren 54.800 Mitgliedern alle Bemühungen dahingehend bündeln, die Maßnahmen auch gemeinsam mit der Industrie umzusetzen, um in Zukunft einen kontinuierlicheren Holzfluss zu erreichen", so der Obmann des Waldverbandes Rudolf Rosenstatter.

Geschichtenwettbewerb "WALD." - SiegerInnen gekürt

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch die Siegerinnen und Sieger des im Vorfeld der Woche des Waldes ausgeschriebenen Geschichtenwettbewerbs rund um den Wald von Bundesminister Josef Pröll prämiert. In der Kategorie bis 15 Jahre kann sich Silvia Steiner mit ihrem Beitrag "Eine kleine Märchengeschichte" über den 1. Preis freuen. Der 2. Platz in dieser Kategorie geht an Julia Hoppe und Dajana Knesevic, die gemeinsam die Geschichte "Heilende Goldblätter" verfasst haben. Fabian Karger erreichte mit seinem Märchen "Eichhörnchen Fritz setzt sich für den Wald ein" den 3. Platz. Bei den Autoren über 15 Jahren überzeugte Katharina Kitzbichler mit ihrem Gedicht "Du mein geliebter Wald" und sicherte sich damit den 1. Platz. Mit seiner Erzählung "Der Baum" schaffte es Michael Schutte auf den 2. Platz. Der 3. Platz in dieser Kategorie ging schließlich an Ingrid Hoffmann mit dem Gedicht "Mein Wald". Die beiden Erstplatzierten können nun den Mehrwert des Waldes hautnah erleben. Sie haben je ein Walderlebniswochenende für die ganze Familie gewonnen.

Nähere Infos rund um die Woche des Waldes unter www.wochedeswaldes.at.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=52&dir=200806&e=20080610_l&a=event

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