Nachhaltigkeitsagenda der Getränkewirtschaft wird um Klimaschutz erweitert

Bis 2017 sollen rund 150.000 Tonnen C02 eingespart werden - Wirtschaftskammer Österreich unterstreicht Vorreiterrolle Österreichs

Wien (PWK455) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl unterfertigte nun die neue Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen. Diese neue Selbstverpflichtung der Getränkewirtschaft wird vom Handel, der Verpackungswirtschaft, den Verwertungssystemen sowie von der Getränkeindustrie - etwa Red Bull, Coca Cola, Vöslauer und Spitz, um nur einige Unternehmen zu nennen - getragen und gilt für den Zeitraum 2008 bis 2017. Die Neuauflage der bisherigen Nachhaltigkeitsagenda wurde bereits an Umweltminister Josef Pröll übergeben.

Im Mittelpunkt der Selbstverpflichtung stehen neben einem weiteren Ausbau des Flaschen-Recyclings die ökologische Optimierung von Getränkeverpackungen sowie die Minimierung der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Getränkeverpackungen.

Die Agenda wurde damit um einen weiteren wesentlichen Umweltaspekt, den Klimaschutz, erweitert. Durch gezielte, ergänzende freiwillige Reduktionsmaßnahmen der im Bereich der Getränkewirtschaft tätigen Unternehmen sollen über die nächsten zehn Jahre insgesamt 10 Prozent der Treibhausgasemissionen im Getränkebereich, in Summe rund 150.000 Tonnen CO2 -Äquivalente, eingespart werden. Ausgangsbasis dafür sind die für 2007 ermittelten Emissionen, die den in Österreich eingesetzten Getränkeverpackungen zuzuordnen sind.

"Damit nimmt Österreich neuerlich eine für den gesamten europäischen Raum einzigartige Vorreiterrolle ein", betont Stephan Schwarzer, Leiter der Umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich: "Im Fokus steht künftig der gesamte Lebenszyklus von Getränkeverpackungen. Einsparungspotenziale liegen in der Produktion, im Transport, im Handel aber auch bei der Sammlung und Verwertung von als Abfall angefallenen Getränkeverpackungen." In Betracht kommen der Einsatz CO2 -armer Fahrzeuge sowie hocheffizienter Kühlanlagen ebenso wie die Optimierung der Transportlogistik und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Weitere wesentliche Eckpfeiler bleiben die schon bisher bei Einweg-Verpackungen gesetzten Schwerpunkte in Richtung Materialeffizienz, Ressourcenschonung und ökologisches Recycling unter Einsatz innovativer Umwelttechnik.

Schwarzer: "In den vergangen Jahren konnte eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden, dass freiwillige Kooperationen aller beteiligten Kräfte bessere Ergebnisse erzielen als Zwang. Bestes Beispiel dafür ist die als Gemeinschaftsprojekt der heimischen Getränkeindustrie im burgenländischen Müllendorf errichtete "Bottle-to-Bottle"-Recyclinganlage. Durch diese Anlage wird die Wiederverwertung von jährlich rund 6.000 Tonnen PET-Flaschen sichergestellt. Aus alten PET-Flaschen werden so neue gefertigt. Die Recyclingkapazität soll bis 2017 auf 7.000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden." Weitere hochwertige Schienen der stofflichen Verwertung von PET-Getränkeflaschen wie z.B. der Einsatz von PET-Rezyklat bei der Produktion von Lebensmittelverpackungen runden das Spektrum der Verwertungsmöglichkeiten in der Nachhaltigkeitsagenda ab. Insgesamt wird die Recyclingquote bei PET-Flaschen von 50 auf 55 % gesteigert.

"Das ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, zur Abfallvermeidung und zur Schonung von Ressourcen, sondern unterstützt auch die Entwicklung und Umsetzung innovativer Umwelttechnologien in Österreich", freut sich Schwarzer. Trotz spezifischer Bemühungen des Handels und der Getränkewirtschaft zu Gunsten von Mehrweggebinden (etwa Verkaufs- und Werbeaktionen) stiegen die Einweggebinde in den vergangenen Jahren eindeutig in der Gunst der Konsumenten. Schwarzer:
" Mit der Neuausrichtung der Nachhaltigkeitsagenda auf CO2-Vermeidung und verstärktes Recycling tragen wir dem Einkaufsverhalten der Konsumenten Rechnung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz." (Rh)

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