ÖAMTC-Test: Alarmierende Wissenslücken bei Verkäufern über Lebensretter ESP (+ Foto, + Grafik)

Testsieger Deutschland nur "ausreichend" - Österreich auf Platz 8, Verkäufer-Wissen "bedenklich"

Wien (OTS) - Schleudern ist die Ursache für mindestens 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit tödlich Verletzten. ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) kann Schleuderunfälle um bis zu 80 Prozent reduzieren. "Damit ist ESP nach dem Gurt der zweitwichtigste Lebensretter im Auto", erklärt ÖAMTC-Experte Friedrich Eppel. Doch ESP ist noch immer nicht Standard. Meist fällt die Entscheidung, ob ein neues Fahrzeug mit ESP bestellt wird, beim Fahrzeugkauf. "Und damit liegt es beim Verkäufer, über das 'Extra' ESP richtig zu informieren", sieht der Experte beim Fahrzeughandel die Verpflichtung, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Der ÖAMTC hat im Rahmen von Euro-Test gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterklubs getestet, inwieweit der Handel dieser Verpflichtung nachkommt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Die beste Wertung erreicht Testsieger Deutschland mit "befriedigend", Österreich liegt mit "bedenklich" an achter von zehn Stellen.

In zehn europäischen Ländern wurden insgesamt 500 Autohändler von Testkäufern auf die Probe gestellt, und zwar nach den Kriterien Verkaufsförderung (fünf Prozent), Detailkenntnisse (45 Prozent), Hinweis auf und Empfehlung von ESP (45 Prozent) sowie allgemeines Wissen zu Sicherheit und eSafety (fünf Prozent). Die Ergebnisse des ÖAMTC-Tests sind ernüchternd: Kein "Sehr Gut", kein "Gut", nur vier von zehn getesteten Ländern erreichten ein "Ausreichend", die restlichen sechs lieferten ein "Bedenklich". Zumindest ein "Mangelhaft" blieb aus.

Österreich - Ausstattung, Komfort und Preis gehen vor Sicherheit

In Österreich fällt auf, dass Komfort und Ausstattung eines Autos wichtiger sind als die Sicherheit. Das schlechteste Ergebnis hat die Kategorie "Hinweis auf und Empfehlung von ESP". Etwas besser ist das allgemeine Wissen der Verkäufer über Sicherheitsmerkmale. In der Kategorie Detailkenntnisse über ESP lieferten die heimischen Verkäufer zwar das beste Ergebnis, sie lagen aber immer noch unter dem europäischen Mittel. "Information und Beratung der Verbraucher zu ESP müssen dringend verbessert werden, und zwar in allen Test-Kategorien", fordert Club-Experte Eppel.

ÖAMTC unterstützt Forderungen nach ESP als Standard

Bis zum Jahr 2010 will die EU die Anzahl von jährlich 40.000 Verkehrstoten in Europa um die Hälfte senken. Ab 2014 soll ESP für alle Neufahrzeuge verpflichtend vorgeschrieben sein. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings sehr spät.
"ESP kann Leben retten", sagt der ÖAMTC-Experte. "Wenn alle Fahrzeuge auf Europas Straßen mit ESP ausgerüstet wären, könnten 4.000 Menschen jährlich vor dem Unfalltod bewahrt und 100.000 weniger Menschen verletzt werden."

Dieses Ziel verfolgt der ÖAMTC auch als Mitglied der europäischen non-profit Vereinigung eSafetyAware!, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Bekanntheitsgrad von elektronischen Fahrzeug-Sicherheitssystemen zu steigern. Bezüglich der Kosten sieht der ÖAMTC großen Handlungsbedarf bei den Herstellern. "Preisunterschiede von bis zu 350 Prozent für ESP beim gleichen Fahrzeug in verschiedenen europäischen Ländern darf es nicht geben. Sicherheit muss leistbar sein, ESP muss zum Beispiel auch ohne andere teure Extras erhältlich sein", verlangt Eppel.

Viele Namen, eine Wirkung - Sicherheitssystem ESP

Viele unterschiedliche Bezeichnungen für ein- und dasselbe System verwirren Kunden und Handel. Es heißt ESC für Electronic Stability Control, ESP für Electronic Stability Program, VSA für Vehicle Stability Assist, VSC für Vehicle Stability Control oder DSC für Dynamic Stability Control. Wie auch immer Hersteller, Länder oder Politiker das System benennen, die Wirkung ist immer dieselbe: Die Sicherheitstechnologie beugt Verkehrsunfällen vor, indem sie die Schleudergefahr reduziert, oder sie mindert die Schwere eines Unfalls, wenn er dennoch passiert.

Nähere Informationen zu diesem Test und der Vereinigung eSafetyAware! findet man unter www.oeamtc.at/tests.

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