Neues Volksblatt "Die Schraube" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 11. Juni 2008

Linz (OTS) - Natürlich ist die Vorstellung, die Alfred Gusenbauer als Regierungs- und SPÖ-Chef abliefert, nicht dazu angetan, seiner Partei Rückenwind zu geben. Er trifft sich darin freilich mit SPÖ-Länderorganisationen, deren Performance überwiegend auch nicht über das Prädikat "mittelmäßig" hinauskommt. In den Versuchen mancher roter Ländergranden, Gusenbauer zum einzigen großen Sündenbock zu stempeln, steckt folglich auch ein kräftiges Stück Verlogenheit. Für die Entwicklung der Politik lässt der Tiroler Wahlausgang wenig Positives erwarten. Gusenbauer steht in seiner Partei noch ein Stück gelähmter da, was naturgemäß auch die Arbeit der Bundesregierung noch weiter beeinträchtigen muss. Im gleichen Ausmaß steigen wiederum Profilierungsverlockungen für Länderpolitiker auf Kosten österreichweiter Verantwortlichkeiten. Und als Tüpfelchen dazu kommt dann noch das Beispiel Fritz Dinkhausers - und damit die vorgelebte Versuchung, mit Protestgepolter auch ohne sachpolitische Bilanz beim Wähler reüssieren zu können. Die Schraube, Partikularinteressen in der Politik über jene der Gesamtheit zu stellen, ist mit der Tirol-Wahl wieder ein Stück fester angezogen.

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