"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Die Clowns auf der Polit-Bühne" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 10.06.2008

Wien (OTS) - Die Parallelen sind verblüffend: Richard Lugner hat 1998 bei der Bundespräsidentenwahl knapp zehn Prozent der Wählerstimmen erhalten. Bei der Europawahl 2004 kam Hans-Peter Martin auf 14 Prozent. Fritz Dinkhauser erreichte am Sonntag in Tirol gar 18,3 Prozent.
Allen dreien ist gemeinsam, dass man sie - vorsichtig gesagt - in politischen Kreisen nicht ganz Ernst nimmt. Sie gelten als Polit-Clowns, die Wirbel schlagen und es "denen da oben" so richtig reinsagen. Sie faseln von "mehr Demokratie", haben aber keine konkreten Konzepte, wie es besser gehen sollte.

Gott behüte, solche Leute würden tatsächlich ans Ruder kommen. Das sehen offenbar bei aller Politikverdrossenheit auch die Wähler so. Weder Lugner noch Martin hatten (oder haben) eine realistische Chance, Macht auszuüben und Schaden anzurichten.
Bei Dinkhauser war gleichfalls klar, dass er zwar ein Stachel im Fleisch der Regierenden sein würde; Landeshauptmann wird er aber nicht.
Der Politik tun solche Kandidaten gut. Sie sind ein Gradmesser für die Unzufriedenheit mit der realen Politik und den realen Machthabern. Man darf gespannt sein, wie Gusenbauer, Molterer & Co mit dieser Erkenntnis umgehen werden.

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