"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Fossiles Denken"

Van Staa sieht nicht die Wähler, aber Funktionäre hinter sich - toll!

Wien (OTS) - Gewiss, im Vergleich zu den anderen Watsch’n ist die Ohrfeige für die Tiroler ÖVP "moderat": Sie hat nicht 40 Prozent der Stimmen verloren wie die SPÖ, nicht ein gutes Drittel wie die Grünen, sondern "nur" jede fünfte - und die absolute Mehrheit halt.
Aber anders als die Tiroler SPÖ kann sich Herwig van Staa nicht an einem inferioren Bundespartei-Obmann abputzen: Das trübe Ergebnis der Tiroler Schwarzen ist hausgemacht. Fritz Dinkhauser und die FPÖ haben mehr gezogen als das Auslauf-Modell Van Staa.
Umso bizarrer ist dessen Reaktion: Die Wähler hätten seiner Konkurrenz zwar ein beachtliches Resultat beschert, aber er habe die "große Zustimmung aller Funktionäre erhalten"; weil es hätte schlimmer kommen können, will er bleiben, vorerst.
Van Staa hat recht: Schlimmer kann’s kommen. Und zwar, wenn er die Funktionäre über die Wähler stellt. Wenn er ihr Votum nicht kapiert. Wenn er bleibt, und wenn’s nur wegen des internen Machtkampfes ist.
Nicht nur, weil’s dann ohnehin keine realistische Koalition für Tirol gäbe (außer die der Wahlverlierer ÖVP und SPÖ). Sondern weil die 40-Prozent-Partei ÖVP mit einem fossilen Politikverständnis dieser Art noch ein starkes Potenzial nach unten hat.

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