Konjunktur: Österreichs Unternehmen optimistischer als Wirtschaftsforscher

Leitl präsentiert Wirtschaftsbarometer: Wirtschaft trotz leichter Abschwächung weiterhin robust - 2,5 Prozent BIP-Wachstum für 2008, 2,0 Prozent für 2009 erwartet

Wien (PWK450) - "Was haben die österreichische Fußballnationalmannschaft und die österreichische Wirtschaft gemeinsam? Beide sind besser als von Experten prophezeit", zog WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei der Präsentation des Wirtschaftsbarometer Austria (WBA 2008) heute, Montag, Parallelen zwischen Wirtschaft und Fußball. So wie die österreichische Mannschaft am EM-Rasen gezeigt habe, dass sie mehr spielerische Talente besitzt als ihr prognostiziert wurden, zeigen auch die heimischen Unternehmen mehr Optimismus und Dynamik, als ihr die Wirtschaftsforscher zutrauen. So erwarten die Wirtschaftstreibenden laut WBA für 2008 ein Wirtschaftwachstum von 2,5 Prozent. OeNB und WIFO senkten ihre Erwartungen auf 2,2 bzw. 2,1 Prozent.

"Die Stimmung ist aufgrund der schwierigen internationalen Rahmenbedingungen zwar auch in Österreich leicht abgeschwächt, aber die Wirtschaft ist weiterhin robust unterwegs", fasste Leitl die Umfrage-Ergebnisse unter den heimischen Betrieben zusammen. "Unsere Wirtschaft hat es verstanden, die ihr gebotenen Chancen auch in einem schwierigen Umfeld zu nutzen."

Schlechte Karten ergeben sich vor allem aus dem Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise, was wiederum eine hohe Inflation bedinge, erklärte Leitl. Diese sei aber zum Großteil importiert und nicht durch Zinserhöhungen zu bremsen, bemerkte der WKÖ-Präsident in Richtung Europäischer Zentralbank. "Viel mehr ist ein Signal für Wachstum und Beschäftigung in Form einer Zinssenkung nötig, genauso wie Maßnahmen gegen die fehlende Liquidität in Europa, die durch die Subprime-Krise bedingt wurde." Auch die angespannte Euro-Dollar-Relation bringe speziell die vielen exportorientierten Betriebe in die Klemme.

Positive Karten sieht Leitl hingegen in dem anhaltend (rund doppelt so) hohen Konjunkturwachstum in Mittel- und Osteuropa, von dem Österreich durch seine enge wirtschaftliche Verflechtung profitiert. "Und unsere Finanzinstitutionen können unseren Betrieben Kredite mit günstigeren Konditionen als in vielen anderen europäischen Ländern gewähren, weil sie Gott sei Dank kaum durch die Subprime-Krise in Mitleidenschaft gezogen sind", ortet Leitl einen weiteren Pluspunkt für die heimische Wirtschaft.

Für 2009 erwartet die Wirtschaftskammer beim BIP-Wachstum "einen 2er vor dem Komma" und ist damit wiederum optimistischer als WIFO und OeNB, die von 1,7 Prozent ausgehen. Allerdings ist dies nur mit optimalen Rahmenbedingungen möglich. Präsident Leitl erwartet von der Politik, dass das Vertrauen in den Standort gestärkt wird: " Der Wegfall von Erbschafts- und Schenkungssteuer mit 1. August ist eine solche Maßnahme. Und bei der Steuerreform müssen dann auch die Werbeabgabe und Kreditvertragsgebühr fallen - finanziert aus einer dringend notwendigen Bürokratie- und Bundesstaatsreform."

Weitere Schrauben, an denen für den Wirtschaftsstandort gedreht werden müssen, sind laut Leitl das Thema Qualifikation der Jugend, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und ein flexibleres Pensionssystem mit höheren Anreizen für Ältere, länger im Erwerbsleben zu verbleiben. Positive Impulse erwartet sich der WKÖ-Präsident auch aus steuerlichen Anreizen zur Forcierung der thermischen Sanierung von Gebäuden, die zwischen 1945 und 1970 erbaut wurden, sowie durch den Ausbau des Innovations-Schecks für Klein- und Mittelbetriebe. "Wenn unsere Wirtschaft weiter wachsen und Arbeitsplätze schaffen soll, dann müssen wir - mit den entsprechenden Rahmenbedingungen - Innovationsführer werden, denn den internationalen Kostenwettbewerb können wir sicher nicht gewinnen." (Ne)

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