Gusenbauer und Karamanlis für EU-Maßnahmen gegen Teuerungen

Wien (OTS) - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer traf heute mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis zu einem Arbeitsgespräch im Bundeskanzleramt zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Beziehungen der beiden Länder und Fragen der Europapolitik, die beim kommenden Treffen des Europäischen Rates am 19./20. Juni behandelt werden sollen.

In der anschließenden Pressekonferenz lobten Gusenbauer und Karamanlis die "ausgezeichneten bilateralen Beziehungen" zwischen Griechenland und Österreich. "Wir unterstützen uns auch wechselseitig in vielen europäischen Fragen", so der Bundeskanzler. So seien beide Regierungen der Auffassung, dass man sich auf europäischer Ebene dem Problem des Preisanstieges stellen müsse. "Wir setzen uns dafür ein, dass die drastische Teuerung auf dem kommenden Europäischen Ratstreffen thematisiert wird. Gemeinsam müssen wir uns der Frage stellen, welchen Beitrag die EU zur Preisentwicklung leisten kann, um die Situation für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Das erwarten die Menschen in Europa von uns", betonte Gusenbauer. Zusätzlich seien aber auch Maßnahmen auf nationaler Ebene notwendig:
"Die österreichische Bundesregierung hat deshalb bereits eine Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld beschlossen". Als nächsten Schritt kündigte der Bundeskanzler an, im Rahmen der kommenden Steuerreform die kleinen und mittleren Einkommen entlasten zu wollen.

Ein weiteres Thema des Arbeitsgesprächs war die politische Stabilität am Balkan: "Wir sind uns darin einig, dass daran konsequent weiter gearbeitet werden muss", so Gusenbauer. Er nannte den Beitritt Kroatiens als solch einen Schritt hin zu mehr Stabilität. Karamanlis äußerte ebenfalls das große Interesse Griechenlands an einer Stabilisierung der Region. Wichtig sei, dass beitrittswillige Länder alle EU-Standards erfüllen, so der griechische Ministerpräsident.

Beide Regierungschefs sprachen sich dafür aus, sich auf europäischer Ebene mit dem Problem der illegalen Migration zu befassen. Bundeskanzler Gusenbauer zum französischen Vorschlag eines EU-Einwanderungspaktes: "Die österreichische Bundesregierung unterstützt die Intention dieses Paktes. Europa muss im Bereich Migration zu einer gemeinsamen Vorgehensweise finden." Dies sei auch ein wichtiges Anliegen für Griechenland, äußerte Karamanlis seine Unterstützung.

Abschließend sprach Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sein Mitgefühl und Bedauern über das gestrige, schwere Erdbeben in Griechenland aus. Der griechische Ministerpräsident müsse daher heute schon wieder in seine Heimat zurückkehren und könne nicht wie ursprünglich geplant die Fußballmannschaft seines Landes im morgigen Match im Rahmen der EURO unterstützen.

Bilder von der heutigen Pressekonferenz werden in Kürze über das Fotoservice des Bundespressedienstes,
http://fotoservice.bundeskanzleramt.at, kostenfrei abrufbar sein.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sven Pusswald
Pressereferent des Bundeskanzlers
Tel. (01) 531 15 - 2656

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0003