Bures: Kein Anstieg von Frauenhandel während der EURO zu erwarten, aber Österreich ist für "Ernstfall" gerüstet

Umfangreiches Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen Frauenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung

Wien (OTS) - "Österreich ist für den Ernstfall gerüstet", so Frauenministerin Doris Bures zu den umfassenden Vorbereitungen der Bundesregierung für Fälle von Frauenhandel in die Prostitution während der derzeit laufenden Fußball-EM. Zwar wird es nach Meinung von ExpertInnen nicht zu einem Anstieg von Frauenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung während der EURO kommen, aber die Regierung hat mit einer Reihe von Maßnahmen dafür gesorgt, dass möglichen Versuchen von Frauenhandel wirksam entgegen getreten werden kann. "Als Frauenministerin ist für mich eine wirksame Hilfe für die Opfer von Frauenhandel und Gewalt ein ganz wichtiges Anliegen - das gilt für die Zeit der EURO genauso wie danach", so Bures. Auch von der österreichischen Bundesregierung gebe es ein klares Bekenntnis, dass den Betroffenen konkrete Unterstützung angeboten werden muss.

Die ExpertInnen der Task Force Menschenhandel gehen davon aus, dass es während der EURO 2008 in Österreich zu keinem Anstieg von Frauenhandel in die Prostitution kommen wird. Gestützt wird diese Meinung auch durch die Erfahrungen nach der Fußball-WM in Deutschland im Jahr 2006. Wie vor zwei Jahren in Deutschland wurden auch in Österreich vor der EM Befürchtungen laut, dass mit einem massiven Anstieg von Frauenhandel in die Prostitution zu rechnen sei. Ein Bericht der deutschen Regierung nach der Fußball-WM zeigte, dass kein Fall von Frauenhandel im Zusammenhang mit dem Fußballgroßereignis festgestellt werden konnte. Auch zwei unabhängige Studien sowie ein Bericht der multidisziplinären Gruppe "Organisierte Kriminalität" der EU kamen zu dem Schluss, dass es keinen signifikanten Anstieg von Frauenhandel während der Fußball-WM in Deutschland gab.

Die Maßnahmen der Bundesregierung gegen Frauenhandel in die Prostitution:

+ Die Task Force Menschenhandel ist seit 2004 beim Außenministerium eingerichtet und hat die Aufgabe, die österreichischen Maßnahmen gegen Menschenhandel zu koordinieren und zu intensivieren. Der Task Force gehören VertreterInnen aller zuständigen Ministerien (auch des Frauenministeriums), der Bundesländer und Nichtregierungsorganisationen, insbesondere eine Vertreterin der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, an.

+ Ausbau der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels

Zentral ist der Ausbau der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels (IBF) durch Frauenministerin Doris Bures und Innenminister Günther Platter. Mit der Aufstockung der Mittel für die IBF (plus 45 Prozent für 2007 und 2008) ist sicher gestellt, dass betroffenen Frauen - nicht nur während der EURO, sondern nachhaltig -geholfen werden kann. Außerdem wurde die seit März 2007 als Pilotprojekt etablierte Übergangswohnung langfristig abgesichert. 2006 wurden in der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels 162 Frauen betreut, 2007 waren es 170.

+ Frauenhelpline gegen Männergewalt weitet ihre Arbeit aus

Die Helpline gegen Männergewalt steht während der EURO auch Prostituierten als zusätzliche Anlaufstelle zur Verfügung. Auch Opfer von Frauenhandel können sich während der EURO an diese Helpline wenden. Die spezifischen Beratungsstellen haben mit der Frauenhelpline entsprechende Kooperationen vereinbart, um allenfalls auftretendem zusätzlichen Unterstützungsbedarf Rechnung tragen zu können. Die Helpline ist rund um die Uhr anonym aus ganz Österreich kostenlos unter 0800 222 555 zu erreichen.

+ Arbeitsgruppe operative Kriminalpolizei

Das Innenministerium hat im Zusammenhang mit der EURO 2008 eine Arbeitsgruppe "operative Kriminalpolizei" eingerichtet, die sich unter anderem mit dem Thema Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung beschäftigt. Das BMI ist weiters in ständigem Kontakt mit Sozialeinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen wichtigen AkteurInnen, um mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und effektiv gegenzusteuern. Weiters ist das Innenministerium laufend in Kontakt u. a. mit der Wirtschaftskammer Österreich, der ÖBB, dem privaten Fanbetreuungsprogramm Fair Play und der UEFA - unter anderem auch zur Prävention möglicher Fälle von Frauenhandel.

+ Schengen

Seit 2. Juni und noch bis 1. Juli werden die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen zu unseren Nachbarstaaten vorübergehend wieder eingeführt.

+ Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel

Weiters hat die Bundesregierung im März 2007 einen Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel beschlossen, der ein umfangreiches Maßnahmenpaket enthält und von der Koordinierung der Maßnahmen über den Opferschutz bis hin zu einer Verbesserung der statistischen Grundlagen reicht.

Der Nationale Aktionsplan sieht eine umfassende Strategie vor, die Maßnahmen in folgenden Bereichen umfasst:

  • Innerstaatliche Koordination
  • Prävention (Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung)
  • Opferschutz
  • Opferentschädigung: Evaluierung der bestehenden Regelungen
  • Strafverfolgung (Schulungen für Exekutive und Justiz)
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Datenerfassung, Monitoring und Evaluierung

Rückfragen & Kontakt:

Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien
und Öffentlichen Dienst
Tel.: (+43 1) 53115/2132
E-Mail: susanna.enk@bka.gv.at

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