"Fair und Konkret"-Themenabend: Fair Trade in der persönlichen Praxis

Faire Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wirtschaften im Zeitalter der Globalisierung

Wien (ÖGB) - Inhalt des Themenabends in der ÖGB-Fachbuchhandlung am 5. Juni waren konkrete Handlungsanleitungen und Tipps zum persönlichen Beitrag für eine "fairere Welt" in der täglichen Praxis. Monika Kemperle (Leitende Sekretärin im ÖGB) und Moderatorin Katharina Klee (Chefredakteurin Arbeit&Wirtschaft) führten durch den Abend und gingen von Stand zu Stand, um die anwesenden NGO-VertreterInnen über deren jeweilige Ziele und konkrete Angebote zu interviewen:

FAIRPLAY AT WORK
Monika Kemperle in ihrem Einleitungs-Statement:
"Zumindest ebenso wie im Sport ist "Fairness" auch für die Arbeitswelt ein zentraler Begriff. Bestimmte Spielregeln, aber natürlich auch "Schiedsrichter" sind erforderlich, um die Einhaltung von Arbeitsbedingungen zu garantieren, die für möglichst alle Menschen fair sind. Daher auch die Aktion Fairplay at Work. Viele fleißige Hände - Verkehr-, Dienstleistung, Handel - machen die Euro 2008. Der ÖGB hat im Vorfeld Sonderkollektivverträge abgeschlossen und setzt sich für die Beschäftigten bei der EURO 2008 ein - mehr dazu unter der Servicenummer 0800 577 744 - unserer Gratis-Hotline für alle EM-Beschäftigten." Während der EM gilt auch der FAIRPLAY-Bonus, erklärte ÖGB-Mitarbeiterin Anita Minicher:
Normalerweise beginnt der ÖGB-Rechtsschutz sechs Monate nach Beitritt zur Gewerkschaft. Für EM-MacherInnen, die in Betrieben arbeiten, die Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen, die im Zusammenhang mit der EURO 2008 stehen, gilt er ab sofort. Einzige Voraussetzung: ÖGB-Mitglied werden!
(Anita Minicher, anita.minicher@oegb.at, www.fairplayatwork.at)

PLAY FAIR - CLEAN CLOTHES
Der ÖGB engagiert sich in Kampagnen wie Play Fair zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen auf globaler Basis. In Österreich wird Play Fair von Clean Clothes Kampagne, Volkshilfe und ÖGB getragen. Ausgangspunkt sind Fakten wie der Umstand, dass für Sportschuhe, die in Österreich 100 Euro kosten, die ArbeiterInnen gerade einmal 40 Cent erhalten. Play Fair 2008 fordert die Unternehmen der Sportbekleidungsindustrie und Sportinstitutionen wie das Internationale Olympische Komitee auf, deutliche Schritte für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben zu setzen. Als "Verhaltenskodex" konnte auf globaler Ebene bereits erreicht werden, dass die Großen der Textilbranche soziale Mindeststandards garantieren.
(Stefan Kerl, stefan.kerl@oneworld.at, www.cleanclothes.at)

WELTUMSPANNEND ARBEITEN
Das entwicklungspolitische Bildungsprojekt im ÖGB bietet fundierte Informationen über globale Zusammenhänge, die auf persönlich erlebten Tatsachen beruhen sowie konkrete Unterstützung bei internationalen Kooperationen und Aktionen in österreichischen Betrieben.
(Herbert Eckhart, herbert.eckhart@oegb.at, www.weltumspannend-arbeiten.at)

ATTAC
"Eine andere Welt ist möglich" - wenn zwei Faktoren berücksichtigt werden: so wichtig auf individueller Ebene das konsequente Überdenken des eigenen Konsumverhaltens ist, so essentiell ist auf der anderen Seite die gemeinsame Änderung von Rahmenbedingungen, ohne die keine nachhaltige Änderung möglich ist. Ziel ist es, die Dominanz des so genannten "Freien Handels" zugunsten eines wirklich fairen Handels zu aufzubrechen. Sehr nützlich sind dabei die guten Kontakte zwischen Gewerkschaften und NGOs.
(Petra Ziegler, petra.ziegler@attac.at, www.attac.at)

FAIR REISEN (VERKEHRSBÜRO MÖDLING)
Wesentlicher Bestandteil eines "fairen" Umgangs mit Mitmenschen und Umwelt, der jeden Einzelnen betrifft, ist das Urlaubsverhalten. Es ist möglich, heute seinen Urlaub so zu gestalten, dass wirkliches Erlebnis ohne (Zer-)Störung von Land und Leuten stattfinden kann -und gleichzeitig eine Unterstützung auf sehr direktem Weg erfolgt. Den direkten Kontakt vor Ort für all jenen Reisenden, die ein "Mittendrin" statt der Illusion einer Urlaubskulisse den Vorzug geben, ermöglicht etwa das Verkehrsbüro-Angebot des Besuchs von Biobauern in Ecuador oder auch Reisen nach Costa Rica. Sich selbst ein Bild "auf faire Weise" machen.
(Johanna Wimmer, johanna.wimmer@verkehrsbuero.at, www.fernreise.at)

GÖTTIN DES GLÜCKS
Für alle, die bisher bloß dachten "was kann ich angesichts globaler Mechanismen schon tun" - bietet die "Göttin des Glücks" im Textilbereich mit ökofairer Mode einen konkreten Beitrag: mit Produkten, die garantiert von Betrieben produziert werden, die auf die Einhaltung von Mindeststandards in Bezug auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen geprüft werden. Natürlich besteht auch ein positiver Zusammenhang zwischen verbesserten Arbeitsbedingungen in der Produktion und der Qualität im Ergebnis.
(Lisa Muhr, presse@goettindesgluecks.at www.goettindesgluecks.at)

FAIR TRADE
Mit der Entscheidung für Produkte mit dem FAIRTRADE Gütesiegel erwirbt man nicht nur Lebensmittel von höchster Qualität, sondern hat auch die Gewissheit, dass deren Produzentinnen in den Entwicklungsländern ein angemessener und fairer Lohn für ihre Arbeit gezahlt wird. Fairer Genuss mit gutem Gewissen ist ganz einfach. Neben der ständigen Erweiterung des Produktsortiments für alle Ansprüche gibt es aktuell auch eine immer größer werdende Vielfalt, an faire Produkte heranzukommen: nicht nur für den eigenen Haushalt, immer mehr Angebote gibt es auch im Gastronomiesektor oder für den praktischen Einsatz im betrieblichen Umfeld.
(Mag. Gertraud Akgün-Krenn, gertraud.krenn@fairtrade.at, www.fairtrade.at)

Eine Veranstaltung des ÖGB-Verlags in Kooperation mit ÖGB und VÖGB.

Link zur Veranstaltung:
http://www.oegbverlag.at/servlet/ContentServer?pagename=V01/Page/Inde
x&n=V01_0.a&cid=1209561463677

ÖGB, 9. Juni 2008 Nr. 360

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