PRÖLL: Fair Play im Wald gilt auch beim Naturgenuss auf dem Pferderücken

Woche des Waldes 2008 setzt auf richtiges Verhalten im Wald - Vorstellung der neuen Studie "Sozialfaktor Pferd"

Wien (OTS) - Eine aktuelle Untersuchung der TRICONSULT im Auftrag der Plattform PferdAustria belegt, dass neben der bereits publizierten volkswirtschaftlichen Bedeutung des Pferdes in Österreich, nämlich 1,26 Milliarden Euro, dem Pferd auch eine besonders große soziale Bedeutung zukommt. 79 Prozent der Bevölkerung haben eine "Beziehung" zu Pferden und profitieren so vom Sozialfaktor Pferd.

Die vor vier Jahren von Landwirtschaftsminister Josef Pröll ins Leben gerufene Plattform PferdAustria mit 10 institutionellen Mitgliedern widmet sich verstärkt der Vernetzung aller Partner rund um das Thema "Pferd" in Österreich. Bereits 2005 wurde die volkswirtschaftliche Bedeutung des Pferdes aufgezeigt (IWI-Studie "Wirtschaftsfaktor Pferd"). Gesamtwirtschaftlich hängen ein Produktionswert von 1,26 Milliarden Euro, eine direkte Wertschöpfung von 674 Millionen Euro und 24.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt von den Tätigkeiten rund ums Pferd ab. Anteilsmäßig profitieren derzeit die Branchen Landwirtschaft und Tourismus am meisten. Rund 2 Prozent der Wirtschaftsleistung im land- und forstwirtschaftlichen Bereich werden durch Tätigkeiten in der Futtermittelproduktion, in Pferdegestüten, in der Pferdezucht, auf Reitbauernhöfen und ähnlichem generiert.

In Österreich gibt es derzeit rund 100.000 Pferde, Tendenz steigend, und etwa 80.000 Reiter in Freizeit und Spitzensport. Vier Pferde sichern einen Arbeitsplatz.

Mit der aktuellen PferdAustria Studie zum "Sozialfaktor Pferd" wird nun erstmals auch die soziale Bedeutung und die hohe gesellschaftliche Akzeptanz des Faktors Pferd aufgezeigt:

Die Auswirkungen des Umgangs mit Pferden werden insbesondere in allgemeinen Aspekten gesehen. Nahezu 90 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Umgang mit Pferden, Spaß und Freude fördert, ein besonderes Freizeiterlebnis ermöglicht und die Naturverbundenheit dadurch steigert. Daher wird Reiten auch als äußerst sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche gesehen, die die Gesundheit fördert, zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und auch das Verantwortungsbewusstsein steigert. Gesundheitsaspekte sind unter anderem Entspannung, Stressabbau, Training des Gleichgewichtssinns, Verbesserung der Körperhaltung, Behandlung körperlicher Beeinträchtigungen und Steigerung der Körperwahrnehmung. Dies ist mit ein Grund, dass die Nachfrage nach dem Pferd auch als Therapeut, also nach Hippotherapie, boomt.

In der Bevölkerung wird das Reiten nicht mehr als Statussymbol gesehen sondern vielmehr als gesunde Freizeitbeschäftigung, deren positive Wirkung 67 Prozent wissenschaftlich bestätigt sehen. Die soziale Bedeutung wird daher in unserer High Tech Gesellschaft noch steigen, so vermuten 68 Prozent der Befragten, da die Nähe zu den sensiblen und eindrucksvollen Pferden eine besondere Beziehung ermöglicht und die Sehnsucht nach Naturverbundenheit mit dem Pferd in besonderer Weise realisiert werden kann. Reiten ist daher ein Breitensport mit wachsender Bedeutung. 79 Prozent der Bevölkerung haben bereits eine Beziehung zu Pferden indem sie reiten, geritten sind oder ein reitendes Familienmitglied haben.

"4/5 der Mitglieder des Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren sind", so Sissy Max Theurer, Präsidentin des Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren, "Breitensportler, die Wanderreiten oder Wanderfahren außerhalb der Reitbahn, in der freien Natur betreiben, überwiegend auf öffentlichen oder Fremdgrund. Das macht die Zustimmung der Nutzung durch die Grundeigentümer erforderlich. In Hinblick auf die Erschaffung eines bundesweiten Reit- und Fahrwegenetzes müssen Regeln eingehalten werden, die gemeinsam mit den Partnern in der Natur, den Grund- und Waldbesitzern, Jägern und Reitern, entwickelt wurden. Fair Play spielt dabei eine wesentliche Rolle. Nur wenn sich alle Landschaftsnutzer - egal, ob hoch zu Ross oder in der Kutsche, zu Fuß oder als Jäger und Biker - an gewisse Richtlinien halten, kann die optimale Nutzung von Reit- und Fahrwegen gewährleistet werden."

"Fair Play im Wald" ist auch bei der heute beginnenden Woche des Waldes ein Schwerpunkt. Der österreichische Wald stellt ein großes Kapital dar - sowohl für die Umwelt als auch für unsere Volkswirtschaft. Um den optimalen Zustand unseres Waldes zu erhalten, ist richtiges Verhalten im Wald das Um und Auf. Genau aus diesem Grund hat das Lebensministerium im Vorjahr Informationstafeln für WaldbesucherInnen entwickelt, die zum richtigen Verhalten im Wald anregen sollen. Die Tafeln sollen Bewusstsein, Klarheit und Verständnis bei allen Waldbesuchern schaffen und so Gefahrensituationen oder Konflikte zwischen den verschiedenen Wald-Nutzern vermeiden. "Fair Play" gilt besonders beim Mountainbiken oder Reiten. Sport und Fairness sind Begriffe, die fix zusammengehören und gelten insbesondere für SportlerInnen, die im Wald die Herausforderung suchen", so Landwirtschaftsminister und PferdAustria Präsident Josef Pröll.

"Der Wald ist nicht nur wichtiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen, sondern speichert auch Wasser und filtert Luft. Darüber hinaus bietet er Schutz vor Lawinen und Muren. Er versorgt uns mit einem wertvollen Rohstoff - Holz. Und er bietet Generationen von Familien eine nachhaltige Existenz sowie wichtige Arbeitsplätze. Der Wald ist aber eben auch eine Ressource, die ihre Grenzen hat. Damit der Naturraum Wald seine ökologische, ökonomische und soziale Funktion erfüllen kann, sind wir auf die Rücksicht aller Waldbesucher angewiesen. Mit ein bisschen Verständnis für den Lebensraum und den Arbeitsplatz Wald kann jeder dazu beitragen, diese grüne Oase zu erhalten. Ich freue mich über diesen gemeinsamen Konsens und die Vorreiterrolle der Vertreter des Reitsportes beim Fair Play im Wald. Zum Schutz des Waldes wünsche ich mir solche Vereinbarungen auch mit anderen Sport- und Freizeitgruppen", betonte DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

"Neben den Haustieren müssen auch die Wildtiere von allen Naturnutzern respektvoll behandelt werden. Wer bestimmte "Benimmregeln" in der Natur einhält, wird mit seinem Tier vom Jäger immer als Partner angesehen werden. Zu den Grundregeln gehört, dass die Natur in Absprache mit den Grundeigentümern nur dort genützt wird, wo keine Störung der Tierwelt eintreten kann. Es ist heute auch eine Aufgabe der Jäger, sich aktiv um ein Wegenetz für andere Naturnutzer, etwa für die Reiter, zu kümmern. Der Austausch von Informationen und das gegenseitige Kennenlernen stellen jedenfalls die wichtigsten Voraussetzungen für gegenseitiges Verständnis und für ein friedliches Zusammenleben in der Natur dar", so Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände.

Die Kurzfassung der Studien Sozial- und Wirtschaftsfaktor Pferd stehen zum Download unter www.pferdaustria.info zur Verfügung.

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