Gradauer: Finanzgebarungen der Spanische Hofreitschule lesen sich wie ein Kriminalroman

Wien (OTS) - "Der Teil des Rechnungshof Berichts, der sich mit der Spanischen Hofreitschule befasst, liest sich wie ein Kriminalroman. Die Vorkommnisse in den Jahren 2001 bis 2006 sind nahe an einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung", stellte der FPÖ-Budgetsprecher NAbg. Alois Gradauer, stellvertretender FPÖ-Landesparteiobmann in Oberösterreich bei der gestrigen Nationalratssitzung fest. Der kumulierte Bilanzverlust 2001 bis 2006 betrage in der Zwischenzeit 20 Mio. Euro. Laut Bericht des RH waren alle Abrechnungsjahre seit 2001 negativ. Wobei das größte Minus im Jahr 2005, mit 6,28 Mio. Euro zu verzeichnen sei.

"Die Liste der Verfehlungen durch die Geschäftsführung ist lang und beginnt bei der schlechten Betreuung von Sponsorfirmen, wodurch ein Abgang von 660.000 Euro zu verbuchen war und endet damit, dass ein Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule jährlich bis zu 173.000 Euro verdient", so Gradauer.

Trotz schlechtester Ergebnisse genehmigte der Aufsichtsrat einem Geschäftsführer für die Jahre 2003 und 2004 eine Erfolgsbeteiligung, ohne vorher entsprechende Kriterien dafür festgelegt zu haben. "2005 gab es sogar Prämienvorauszahlungen für die Geschäftsführung für einen Liegenschaftsverkauf, der bis Ende 2006 noch nicht stattgefunden hatte", zeigte Gradauer auf. Weiters seien laut RH-Bericht Sitzplatzkarten unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden, ohne Aufzeichnung, wem diese gegeben wurden. "Der Verlust betrug in Summe 19.600 Euro. Auch Angehörige und Partner von Mitarbeitern wurden auf Kosten der Hofreitschule auf Auslandstourneen mitgenommen."

"Bei derartiger Großzügigkeit darf es nicht wundern, dass die Personalaufwendungen ins Uferlose gestiegen sind und die Betriebsergebnisse ausgeblieben sind. Das Personaldesaster findet seinen Höhepunkt in der Gründung einer eigenen Firma, bei der ein Oberbereiter als Komplementär einer Kommanditgesellschaft fungierte und seinen eigenen Reitstall mit einem Einstellungsvertrag mit 10 Lipizzanern zur Verfügung stellte. Die Betreuung dieses Reitstalles besorgten wiederum Mitarbeiter der Spanische Hofreitschule, wodurch von 2002 bis 2006 wieder Aufwendungen von insgesamt 1,12 Mio. Euro für Überstunden und Kilometergeld aufgewendet werden mussten. Das ist der Gipfel", so Gradauer.

Der bis 2003 zuständige Landwirtschaftsminister und heutige Finanzminister Molterer habe demnach jahrelang bei dieser Misswirtschaft zugesehen. "Das ist kein gutes Zeugnis, das für die Qualifikation des Österreichischen Finanzministers spricht", so Gradauer abschließend.

.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0001