Milchpreis: Stockinger will Konsumenten als Melkkühe

Frais: ÖVP hält schützend die Hand über Handel und verarbeitende Industrie

Linz (OTS) - Von der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer könnte der oberöster-reichische Agrarreferent Stockinger viel über erfolgreiche Politik lernen: Denn in Niederösterreich bildet die Landwirtschaftskammer einen öffentlichen Schul-terschluss mit den Konsumenten und versucht gemeinsam gegen überhöhte Lebensmittelpreise bei gleichzeitig zu geringen Lieferpreisen für Bauern vor-zugehen. " Im Gegensatz zu Niederösterreich, setzt Stockinger auf Konfrontati-onskurs zwischen Landwirten und Konsumenten "wodurch im Effekt beide Gruppen dem Handel ausgeliefert werden. In seinem Erstentwurf für eine Land-tagsresolution zum Milchpreis will der Agrarreferent ganz im Gegenteil zur sonstigen ÖVP-Linie sogar gesetzlich geregelte Mindestpreise", so SP-Klubob-mann Dr. Karl Frais.

Die Inserate der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer besagen, dass die Bauern derzeit um 2 Cent weniger für den Liter Milch bekommen als vor 15 Jahren - die Verbraucher müssen allerdings um 30 Cent mehr zahlen. Bei einem Kilo Roggen bekommen die Bauern heute um 3 Cent weniger als vor 15 Jahren, die Verbraucher müssen aber für dieses Kilo sogar um 1 Euro mehr bezahlen. Daher stellen die Landwirte dort die Frage, wo die teureren Preise herkommen.
"Auch Stockinger wäre gut beraten nach den Ursachen der Teuerung zu suchen. Denn nur eine Allianz zwi-schen Landwirten und Konsumenten sichert langfristig faire Preise für beide Seiten. Wenn jedoch Stockinger weiter auf Konfrontationskurs zwischen Bauern und Verbrauchern setzt, dann bleiben Handel und verarbeitende Industrie wie auch Mol-kereien als lachende Dritte über", warnt Frais.

"Es ist kein Geheimnis, sondern von Experten der AK Wien nachgewiesen worden, dass dieselben Produkte bei Diskontern in Österreich um durchschnittlich 15 Prozent teurer sind als in deutschen Geschäften derselben Handelsketten - in Einzelfällen betrugen die Unterschiede über 120%. Es geht dabei aber nicht um unterschiedliche Milchpreise für die Landwirte, sondern um den Vergleich von identen Produkten in den Geschäften, die in beiden Ländern gelistet sind. Die Tatsache, dass etwa bei Hofer 94 Prozent der verglichenen Produkte in Österreich teurer als in Bayern sind, spricht eine klare Sprache. Österreichs Konsumenten müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen", so Frais.

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