Kinderfreunde: Wo bleibt der Papamonat?

Anlässlich des Vatertages erinnern die Kinderfreunde an die Bedürfnisse junger Väter und fordern die Umsetzung eines Papamonats!

Wien (SK) - Selten klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander wie beim Thema aktive Vaterschaft. Ein Großteil der werdenden Väter (46 %) wünschen sich eine aktive Vaterrolle. Jedoch nicht einmal 4% schaffen diesen Wunsch in die Realität umzusetzen. "Eine zu große Anzahl an Vätern, die sich aktiv an der Kindererziehung beteiligen wollen scheitern an den oft väterfeindlichen Realitäten unserer Gesellschaft" stellt Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde anlässlich des Vatertages am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. ****

Gründe dafür gibt es viele. Das gesellschaftliche Bewusstsein, das aktive Vaterschaft und Väterkarenz den Kindern ebenso nützt wie den Frauen ist noch nicht ausreichend entwickelt. Gleichzeitig herrschen in Österreich traditionelle Geschlechterrollen stärker als in andern europäischen Ländern vor und bremsen die Väterbeteiligung. Und der wohl wichtigste Grund: Die finanzielle Situation junger Familien lässt oft keinen Spielraum für Väter einige Monate aus dem Erwerbsleben auszusteigen, um sich dem Baby zu widmen.

Der Vatertag ist ein guter Anlass um darauf hinzuweisen, dass die Erziehung und Pflege der Kinder eine Aufgabe ist, die Mütter und Väter gemeinsam bewältigen sollten. Ein Papamonat wäre ein wichtiger erster Schritt, um mehr Vätern einen Einstieg in eine aktive Vaterrolle zu ermöglichen. "Wir Kinderfreunde werben seit fünf Jahren für die Einführung eines Papamonats, und fordern einmal mehr die rasche Umsetzung", sagte Rammer dazu.

Bundesminister Buchinger und Frauenministerin Bures haben sich in den letzten Monaten intensiv um eine Lösung bemüht. Verhindert wurde eine Umsetzung bisher vom Koalitionspartner ÖVP. Rammer: "Die ÖVP versucht den Papamonat so lange zu verwässern bis nichts wirksames mehr von ihm übrig bleibt. Wir hoffen, dass sich der Männer- und die Frauenministerin hier durchsetzen und ein Modell herauskommt, das tatsächlich einen Anreiz und Hilfe für Väter bietet".

Ein Papamonat das hilft, braucht einen Kündigungsschutz für die Väter ebenso wie einen möglichst hohen Lohnersatz, sind die Kinderfreunde überzeugt. "Zumindest zwei bis drei Papawochen bei annähernd vollem Lohnausgleich sollte doch zu schaffen sein - auch mit dieser ÖVP", schließt Rammer. (Schluss) sl/mm

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