Besuch japanischer Parlamentarier im Hohen Haus Wissenschaftlich-technische Kooperation soll ausgebaut werden

Wien (PK) - Eine Delegation des japanischen Parlaments unter der Leitung des ehemaligen Außenministers Taro Nakayama besuchte heute das Hohe Haus und wurde von der Vizepräsidentin des Bundesrates Susanne Neuwirth herzlich willkommen geheißen und zu einem Gedankenaustausch gebeten.

Vizepräsidentin Neuwirth erinnerte an die bald 140 Jahre zurückreichenden Beziehungen zwischen Österreich und Japan. Schon zwischen der Donaumonarchie und dem aufstrebenden Japan der Meiji-Epoche seien der bilaterale Handel sowie der kulturelle und wissenschaftlich-technische Austausch im Mittelpunkt der sich gut entwickelnden Beziehungen gestanden. Die Vizepräsidentin des Bundesrates ging auch auf die engen Beziehungen und regelmäßigen Besuche zwischen dem Bundesrat und dem japanischen Oberhaus ein und sprach sich nachdrücklich dafür aus, die Freundschaft zwischen Österreich und Japan weiter zu entwickeln und zu vertiefen. Kontakten auf parlamentarischer Ebene und zwischen den bilateralen Freundschaftsgruppe komme dabei große Bedeutung zu.

Im Gedankenaustausch mit den japanischen Gästen ging es zunächst um die vielen japanischen Musikstudenten in Österreich und um die Zusammenarbeit der beiden Länder beim Umweltschutz und bei der Weiterentwicklung von Energietechnologien. Die Parlamentarier aus Fernost zeigten sich beeindruckt vom neuen Biomassekraftwerk in Simmering und von den Bemühungen Österreichs, fossile durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen. In den Verhandlungen über neue Klimaschutzziele für die Post-Kyoto-Periode beabsichtige Japan, zwischen den ambitionierten Zielsetzungen der EU und den Hauptemittenten USA, China und Indien zu vermitteln. Bundesrats-Vizepräsidentin Neuwirth nahm diesen Vorschlag positiv auf und plädierte ihrerseits dafür, in Energie- und Umweltfragen global so eng wie möglich zusammenzuarbeiten.

Japanische Parlamentarier im Gespräch mit österreichischen Kollegen

Vor ihrem Gespräch mit Bundesrats-Vizepräsidentin Susanne Neuwirth waren die japanischen Parlamentarier mit österreichischen Abgeordneten zusammengetroffen. Diese Unterredung leitete der Vorsitzende der japanisch-österreichischen Freundschaftsgruppe Abgeordneter Werner Neubauer (F). Von im erfuhren die japanischen Gäste, dass Österreich für das 140-Jahr-Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Japan im kommenden Jahr die Herausgabe eines umfassenden historischen Werks über die Entwicklung der österreichisch-japanischen Beziehungen in deutscher und japanischer Sprache vorbereite.

Der japanische Delegationsleiter Taro Nakayama erinnerte daran, wie viel sein Land von Österreich gelernt habe, insbesondere auch im Verfassungsrecht, als Japan um 1880 damit begonnen habe, sich zu öffnen und zu modernisieren.

Auf die Frage der Abgeordneten Michaela Sburny (G), die sich für den Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Japan aussprach, teilten die japanischen Parlamentarier mit, Forschung und Wissenschaft seien die einzigen Budgetbereiche in Japan, die zuletzt nicht reduziert wurden. Japan bemühe sich intensiv um Forschungsfortschritte auf den Gebieten Umweltschutz, Energietechnologie und Stammzellenforschung und sei sehr an der wissenschaftlichen Kooperation mit der Europäischen Union, den USA und an einer Intensivierung des wissenschaftlichen Austauschs mit Österreich interessiert.

Abgeordnete Christine Lapp (S) erfuhr, dass die vielen japanischen Musikstudenten in Österreich teils mit staatlichen Stipendien, teils mit Unterstützung privater Stiftungen ihr Studium finanzierten. Japan plane, sich auf wissenschaftlichem Gebiet weiter zu öffnen und in den kommenden Jahren 300.000 Studenten aus dem Ausland nach Japan zu holen. Japan habe auch großes Interesse an Studenten aus Österreich.

Abgeordnete Beatrix Karl (V) würdigte die Rolle Japans auf dem Balkan und schlug vor, auch die internationalen Herausforderungen in den Bereichen Klimaschutz und Terrorismusbekämpfung gemeinsam in Angriff zu nehmen.

An dem Gespräch nahmen auf österreichischer Seite auch die Abgeordneten Renate Csörgits (S) und EU-Abgeordnete Karin Resetarits (L) teil. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0004