Lunacek zu FAO-Gipfel: Nicht viel mehr als leere Worte auf leere Teller

Grüne: Österreichische Bundesregierung glänzte durch Abwesenheit und ignoriert Ernst der Lage

Wien (OTS) - "Nicht viel mehr als leere Worte haben die 40 Staats-und RegierungschefInnen und andere Delegierte beim gestern Abend in Rom zu Ende gegangenen FAO-Gipfel produziert," konstatiert Ulrike Lunacek, entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen. "Angesichts einer weltweiten Ernährungskrise ist die Entscheidung des FAO-Gipfels nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein," kritisiert Lunacek den viel zu niedrigen Finanzbeschluss für Soforthilfe sowie die Nicht-Einigung in Bezug auf Agrotreibstoffe und gentechnisch veränderte Lebensmittel. Entgegen den Wünschen von FAO-Chef Jacques Diouf wurden statt der nötigen 30 Mrd. Dollar nur 2,7 Mrd. versprochen. "Die Regierungen müssen endlich ihre Vogel-Strauß-Politik beenden. Die Nicht-Ergebnisse von Rom sind eine glatte Schande. Trotz der Tatsache, dass mittlerweile sogar die OECD vor der ‚Schädlichkeit’ von Förderungen für Agrosprit warnt, einigten sich die Staaten nicht auf ein Ende der Förderung von Agrotreibstoffen", erklärt Lunacek.

In Rom hätten sich die Böcke zu Gärtnern gemacht, so Lunacek. Die Propagierung des Freihandelsregimes durch die Weltbank, die WTO und andere würde vergangene Fehlentwicklungen nur fortsetzen. Nutznießer davon wären bisher nur die agro-industriellen Konzerne gewesen. Die derzeitige Hungerkrise sei das Ergebnis einer völlig verfehlten bzw. nichtvorhandenen Landwirtschaftspolitik, was dazu führt, dass die derzeitigen hohen Preise den meisten BäuerInnen nicht zugute kämen. Der Druck der agroindustriellen Exportproduktion hätte die Frauen, vor allem in Afrika, aus der landwirtschaftlichen Produktion und von lokalen Märkten verdrängt - ein Aspekt, der nicht beachtet würde, kritisiert Lunacek: "Diese seit den 1980er Jahren durch die internationalen Finanzinstitutionen betriebene Politik hat Frauen und damit ganze Dörfer in den Ruin getrieben. Landflucht hat direkt mit der Verschlechterung der Rolle der Frauen durch die forcierte Cash-Crop-Produktion für den Weltmarkt zu tun." Lunacek fordert daher "tatsächliches Empowerment von Frauen, auf allen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft."

"Dass die österreichische Bundesregierung beim FAO-Gipfel durch Abwesenheit glänzte verwundert angesichts der Ignoranz gegenüber der seit Jahren nötigen Steigerung des Budgets für Entwicklungszusammenarbeit nicht," erklärte Lunacek. "Es wundert mich, wie Gusenbauer, Plassnik und Winkler glauben können, sie würden im Herbst in den UNO-Sicherheitsrat gewählt werden, angesichts der offensichtlichen Gleichgültigkeit gegenüber global brisanten Themen."

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0006