AK: Letzter arbeits- und sozialrechtlicher Check vor der EURO 2008 - die EURO am Arbeitsplatz (2)

Wien (OTS) - Alle hoffen natürlich, dass die EURO ein Erfolg wird und dass sich Österreich weltweit positv präsentieren kann. Dazu gehört die Begeisterung der Bevölkerung. Fans sind ausdrücklich erwünscht. Doch wie darf sich das am Arbeitsplatz zeigen? Wie sieht es zum Beispiel mit der Mediennutzung am Arbeitsplatz aus? Für alle "Fan-Aktivitäten" gilt: Gegenseitige Rücksichtnahme am Arbeitsplatz ist angesagt, denn nicht jeder oder jede ist fußballbegeistert.

Fernsehen am Arbeitsplatz
Das Fernsehen am Arbeitsplatz ist meist nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages und somit nicht erlaubt. Daher ist dazu die Erlaubnis des Arbeitgebers einzuholen. Ist das Fernsehen unabhängig von der EURO aber grundsätzlich gestattet (zB in Lokalen, Wettbüros oder bei Portieren) muss keine extra Zustimmung eingeholt werden. Die geforderte Arbeit darf aber nicht darunter leiden.

Radiohören
Ist das Radiohören während der Arbeitszeit erlaubt, dürfen die Arbeitnehmer natürlich auch während der Euro die Berichterstattung hören, sofern die Arbeitsleistung erbracht wird. Ob Arbeitgeber das Radiohören während der Arbeitszeit erlauben, hängt meistens davon ab, welche Tätigkeit erbracht werden muss. Bei Arbeiten, die hohe Konzentration erfordern, wird diese Erlaubnis in der Regel nicht erteilt.

Die EURO im Internet
Beim Internet ist zu hinterfragen, ob die Privatnutzung - im angemessenen Umfang - erlaubt ist. Wenn ja, dann bestehen auch keine Bedenken dagegen, den aktuellen Stand des Matches oder die Spielergebnisse abzufragen.

Stadion-Feeling
Ob der Arbeitsplatz mit Flaggen geschmückt oder die Arbeit im Fußballdress angetreten werden darf, wird wesentlich davon abhängig sein, um welchen Arbeitsplatz es sich handelt. Bei Arbeitsplätzen mit Kundenverkehr wie zB in Banken könnte dies zu Problemen führen. Wer allein sitzt, kann sich leichter seine eigene Fanwelt schaffen. Besser ist es jedoch, immer entsprechende Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber bzw mit den Arbeitskolleg/Innen zu treffen.

Wetten dass?
Das Austauschen von Fußball-Pickerln oder die Abgabe von betriebsinternen Wetttipps sollte in den Arbeitspausen erfolgen, auch wenn diese Gemeinschaftsaktivitäten dem Betriebsklima dienlich sind.

Umgang mit der Urlaubssperre
Da Urlaub immer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessen zu vereinbaren ist, ist dies auch zulässig. Selbst der größte Fußball-Fan braucht daher für seinen Urlaub während der Euro eine Urlaubsvereinbarung.
Bekommt ein Arbeitnehmer keinen Urlaub, und bleibt er/sie aber trotzdem der Arbeit unerlaubt fern, droht die fristlose Entlassung.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002