Schultes: Folsäuregesetz muss rasch beschlossen werden- jährlich neue Neuralrohrdefekte bei Neugeborenen

Kritik der Arbeiterkammer nicht fundiert - SPÖ nun am Zug

Wien (ÖVP-PK) - Jedes Jahr werden 60 bis 80 Kinder mit einer Fehlbildung geboren, die vermeidbar gewesen wäre, wenn die Mutter zur Zeit der beginnenden Schwangerschaft ausreichend mit Folsäure/Vitamin B 12 versorgt gewesen wäre", bedauerte heute, Freitag, ÖVP-Abg. Hermann Schultes. "Dieser ‚offene Rücken - Spina bifida’ bedeute lebenslange Sorgen, viel Leiden und hohe Kosten. Der Folsäuremangel ist nicht spürbar, besteht aber ab den ersten Schwangerschaftswochen und kann später, nach Diagnose der Schwangerschaft, nicht mehr geheilt werden. ****

Die weitaus effizienteste, einfachste und kostengünstigste Vorbeugung wäre eine generelle Anreicherung von Mehl mit Folsäure, wie sie bereits in vielen Ländern nachgewiesen erfolgreich üblich ist. Gelegentlich wird, wie auch von der Arbeiterkammer (AK), die vorbeugende Einnahme von Tabletten vorgeschlagen. Länder, die diese Variante im Zusammenhang mit kostenintensiven Aufklärungskampagnen propagieren, erkennen nun die praktische Wirkungslosigkeit, insbesondere bei der sozial schwächeren Zielgruppe mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten.

Folsäureüberdosierungsbedenken sind unbegründet

Die Befürchtungen einer etwaigen Folsäureüberdosierung der AK werden von zahlreichen namhaften Experten und Primarärzten zurückgewiesen, weil diese Bedenken wissenschaftlich nicht belegbar sind. Die Tatsache, dass mehr als 40 Länder weltweit die obligatorische Anreicherung von Folsäure praktizieren, unterstreichen die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit der verpflichtenden Anreicherung. In jenen Ländern kann bereits nach einiger Zeit eine deutliche Absenkung der Neuralrohrdefekte beobachtet werden, gleichzeitig konnten bei intensiven wissenschaftlichen Untersuchungen keine negativen "Nebenwirkungen" festgestellt werden. Ganz im Gegenteil: Die Anreicherung bewirkt insbesondere bei älteren Menschen eine verminderte Wahrscheinlichkeit an den klassischen Alterserkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz…) zu erkranken, wie die Evaluierung in vielen Staaten zeigt, die die Folsäureanreicherung praktizieren, erläuterte der Abgeordnete.

SPÖ bremst bis jetzt die Umsetzungsbestrebungen

Die Diskussion rund um die Maßnahmen zur Vermeidung von Neurahlrohrdefekten läuft nun schon seit Jahren. Ein entsprechender ÖVP-SPÖ Entschließungsantrag, betreffend die Anreicherung von Mehl mit Folsäure und Vitamin B12 wurde vor knapp einem Jahr eingebracht. "Die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden und diese wirkungsvolle Maßnahme der Mehlanreicherung rasch in die Tat umsetzten", appelliert Schultes an die Adresse der SPÖ. Auch Bundesräte verlangen in einer Anfrage einen Termin zur Vorlage des Folsäuregesetzes. Offenbar beginne in der SPÖ bereits ein Umdenken, weil in der genannten Anfrage auch ein SP-Bundesrat diese Forderung unterstützt habe.

Es sei zu bedauern, dass durch diese Säumigkeit großes Leid entsteht, das durch eine sehr billige kostenwirksame Folsäureanreicherung verhindert werden könne. "Es ist aus meiner Sicht unverständlich, dass diese Folsäureanreicherung mit wissenschaftlich nicht belegbaren Argumenten hinausgezögert wird. Kinder, die gesund zur Welt kommen könnten, werden durch dieses Versäumnis in ein sorgenreiches Leben hineingeboren. "Wirklich bedauerlich, dass die Verhinderer vor dieser Tatsache noch immer die Augen verschließen", stellte Schultes abschließend fest.
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