Neues Volksblatt: "Mini-Schritte" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. Mai 2008

Linz (OTS) - In einem Land, in dem zu einem erklecklichen Teil Ar-beit primär als Leid und eine möglichst frühe Pension als Erfüllung des Lebensziels missverstanden wird, schlägt mit jeder Pensionsdebatte geradezu naturgesetzlich die Stunde der Demagogen und Populisten - übrigens auch auf Seiten der Medien, die mit Schlagzeilen über drohende Pensionsverluste das Einverständnis der eingangs geschilderten Spezies zu erreichen versuchen. Die Lächerlichkeit im Versuch, so zu tun, als wären die Pensionen einfach so auf alle Zeiten gesichert, wird dabei einfach weggewischt. Scheuklappen, die letztlich allerdings nur eines produzieren würden -den großen Krach des Systems und zwischen den Generationen. Trotzdem werden SPÖ und ÖVP noch eine Menge zu tun haben, die auf objektivierte Faktenbasis gründende Nachhaltigkeits-Automatik im Pensionssystem zu erklären. Ein Argument, das dabei nicht zu verachten ist: Wer eine steigende Lebenserwartung einfach negiert, wird irgendwann nur mehr zu ganz tiefen und schmerzlichen Operationen greifen können. Wer dagegen die Dinge ständig beobachtet und in Ordnung hält, kommt auch mit Mini-Schritten aus.

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