Viele Regionen in Österreich liefern ab morgen keine Milch mehr!

Wien (OTS) - Ähnlich wie in Deutschland ist die Berichterstattung über die Teilnahme von österreichischen Bäuerinnen und Bauern am Milchstreik von Falschinformationen der Molkereiwirtschaft geprägt. Auch in Deutschland passierte dies in den letzten Tagen und die Wahrheit über das tatsächliche Ausmaß der Solidarisierung deutscher und europäischer Milcherzeuger wird nun offenbar, da bereits die ersten Molkereien mangels Milch ihren Betrieb einstellen.

In Österreich hat die IG-Milch laufend Rückmeldungen über die zunehmende Solidarisierung. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern wollen sich nicht mehr von den Preiskampftruppen des Handels unter der Tiefpreislatte durchprügeln lassen und behalten aus Protest gegen die ruinöse Preisgestaltung die Milch am Hof zurück. Neuerliche radikale Preissenkungen der Molkereien verstärken die Frustration.

Die Bäuerinnen und Bauern sind darüber enttäuscht, dass der Bauernbund in dieser historischen Situation den österreichischen und deutschen Milcherzeugern die Unterstützung verweigert, und sich auf die Seite der übermächtigen Konzerne schlägt.

In anderen Ländern stellen sich Bauernverband, Minister und Agrarvertretungen hinter die Milcherzeuger und vollziehen den Schulterschluss.

Vor wenigen Wochen haben sich Bauernbund um Kammern noch vor die österreichischen Handelszentralen gestellt, um eine Reparatur der überzogenen Milch-Regalpreissenkungen zu fordern. Es wurde sogar mit einer verschärften Gangart und Störaktionen gedroht.

Jetzt, in der konkreten Auseinandersetzung zur Abwehr massiver Bauernmilchpreissenkungen und im entscheidenden Moment werden die Milcherzeuger im Kampf um eine faire Entlohnung der Milcherzeugung im Stich gelassen. Mit vorgeschobenen ethischen Bedenken demotiviert man die Bäuerinnen und Bauern, die in einer verzweifelten Situation vorübergehend die Milch zurückhalten.

Ethische Bedenken wären bei jenen Institutionen und Konzernen besser platziert, die über ein Jahrzehnt beim ruinösen Preiskampf zugeschaut und mitgemacht haben, der tausenden Milcherzeugern die Existenz gekostet hat. Das hochwertigste Lebensmittel Milch, das mit viel Mühe von lebenden Tieren gewonnen wird, einen hohen Aufwand an Verarbeitung und eine lückenlose Kühlkette braucht, wurde zum Tiefpreis-Lockartikel degradiert. Wenn Milch nun billiger ist als unbegrenzt haltbare Industrieprodukte wie Mineralwasser, Eistee oder Cola , dann wurden bei der Bewertung und Bezahlung von Lebensmitteln alle ethischen Grenzen überschritten.

Wir fordern alle Milchbäuerinnen und Milchbauern dazu auf, sich an der europäischen Solidarisierung der Milcherzeuger zu beteiligen, und ihre Milchanlieferung ab sofort einzustellen, bis ein Systemwechsel erreicht ist, der einen kostendeckenden Milchpreis als Kalkulationsgrundlage für die Wertschöpfungskette Milch garantiert.

Wir bitten auch die KonsumentInnen um Unterstützung, indem sie nur mehr Milch über einen Euro kaufen, um dem zerstörerischen

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