Polizeiseelsorger unterstützen Einsatzkräfte bei der "Euro 08"

"Ethikstunden" in der Vorbereitung und "Segen Gottes" für Exekutivbeamte

Wien, 30.5.08 (KAP) Die tausenden Polizisten, die in den kommenden Wochen bei der "Euro 08" im Einsatz sind, werden auch von Polizeiseelsorgern unterstützt. Martin Müller, Bundeskoordinator für die Polizeiseelsorge in Österreich, berichtete in dieser Woche bei einer internationalen Polizeiseelsorge-Tagung in Freiburg im Breisgau, dass die Polizeiseelsorge in die Vorbereitung der drei Einsatzkompanien, die speziell für die Europameisterschaft gebildet worden sind, eingebunden gewesen sei. Unter anderem wurden etwa eigene "Ethikstunden" für die Einsatzkräfte veranstaltet.

Müller wies darauf hin, dass das Konzept der Polizeiseelsorge in Österreich vor allem auf die unmittelbare Vorbereitung und auf die sofortige Nachbereitung von Einsätzen ausgerichtet sei. Das werde auch bei der Europameisterschaft so gehalten. Die Einsatzleitung der Polizei könne aber bei Bedarf jederzeit Polizeiseelsorger via Telefon oder SMS anfordern. "Spätestens in 20 Minuten sind wir an Ort und Stelle", so Müller.

Sehr gefreut habe er sich über die Bitte der Polizisten, ihnen am Ende ihrer "EM-Vorbereitung" den Segen zu erteilen. "Die haben gesagt: Bevor es jetzt unmittelbar losgeht, komm bitte zu uns und gib uns noch den Segen Gottes. Das habe ich ihnen nicht aufgesetzt, sondern dieser Wunsch ist ausdrücklich von den Beamten selber gekommen", betonte Müller. Das sei für ihn sehr berührend gewesen und zeige auch, dass die österreichischen Polizeiseelsorger in den vergangenen 12 Jahren eine gute Aufbauarbeit geleistet haben.

Seelsorger seit 12 Jahren im Einsatz

Im Dezember 2002 hatten Kardinal Christoph Schönborn und der damalige Innenminister Ernst Strasser eine "Vereinbarung über die katholische Seelsorge für Exekutivbeamte" unterzeichnet, mit der die Polizeiseelsorge offiziell geregelt wurde.

"Die Kirche versucht bei der Polizeiseelsorge jenen Menschen, die sich für die gesamte Gesellschaft in Form der Sicherheit einsetzen, eine offene Hand entgegenzustrecken, an der sie sich anhalten können", betont Martin Müller.

Die Seelsorger - sie dürfen auch Uniform tragen - besuchen die Beamten an ihrem Arbeitsplatz oder nach Unfällen und bieten ihnen Gesprächs- und Aussprachemöglichkeiten an. Außerdem gibt es Hilfestellung bei ethischen Problemen und Gottesdienste für Exekutivebeamte und deren Angehörige. Die Polizeiseelsorger dürfen auch an sämtlichen offiziellen Veranstaltungen wie Angelobungen, Ehrungen und Feiern teilnehmen und über die Veranstaltungen der Exekutiv-Seelsorge informieren. Das Innenministerium stellt für diese berufsspezifische Seelsorge die Infrastruktur zur Verfügung. (Informationen: www.polizeiseelsorge.at).

Stephansdom: Kreuz für "Blaulicht"-Einsatzkräfte

Im Wiener Stephansdom weist während der Europameisterschaft eine Kreuzdarstellung von Elias Sepp und eine besondere Kerze auf den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller "Blaulicht-Organisationen" hin. Immer am Abend wird im Dom für die Einsatzkräfte, aber auch für alle Spieler und Fußballfans gebetet.

Schon Mitte Mai hatte der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom einen Gottesdienst mit Polizisten, Soldaten, Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Angehörigen von Freiwilligenverbänden und "Notfallseelsorgern" gefeiert, die bei der "Euro 08" im Einsatz sind. Innenminister Günther Platter, Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka und der polnische Sportminister Miroslaw Dziewiecki waren bei dem Gottesdienst anwesend.(ende) K200805003
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