Hilfswerk zu Pflege-Plänen: positive Puzzle-Steine, aber Vorlage fehlt

Präsident Othmar Karas fordert Gesamtkonzept: "Weg von Insellösungen, Fachleute einbinden!"

Wien (OTS) - Das Hilfswerk begrüßt die Tatsache, dass die Politik erkannt hat, dass beim Thema Pflege und Betreuung in Österreich akuter Handlungsbedarf besteht, warnt jedoch davor, dass es durch die vielen verschiedenartigen Lösungsansätze und Förderungen und der unterschiedlichen Handhabung von Regressansprüchen noch mehr als bisher zu unterschiedlichen und damit unfairen rechtlichen Situationen in den einzelnen Bundesländern kommt.

"Wir fordern ein Gesamtkonzept für Pflege und Betreuung und bieten gleichzeitig unsere Mitarbeit an!", sagt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas. "Denn ohne Gesamtkonzept drohen noch mehr Verwirrung und Verunsicherung der Betroffenen, Fehlanreize und ineffiziente Mehrgleisigkeiten.", so Karas weiter

"5 Prozent Erhöhung des Pflegegeldes ist ein Schritt in die richtige Richtung, kann aber noch nicht alles gewesen sein!", so Karas. "Der Kaufkraftverlust durch unzureichende Valorisierung des Pflegegelds seit 1994 war je nach Pflegestufe zwischen 13,5 und 34,3 Prozent. Der Staat hat hier in den letzten Jahren viel Geld gespart. Für die Betroffenen wurde hingegen die Finanzierung ihrer Pflege und Betreuung immer schwieriger."

Das Pflegegeld ist jedoch nicht der einzige Hebel, mit dem Pflegebedürftigen und deren Familien geholfen werden kann. So fehlt oft auch die Infrastruktur für eine bessere Betreuung, wie zum Beispiel ausreichend geförderte mobile Dienste oder teilstationäre Einrichtungen wie Tageszentren.

Wenn - wie angekündigt - auch der Regress von Pflegekosten für Angehörige abgeschafft wird, wäre das ein großer Fortschritt.", so Karas weiter. "Die Diskussion muss weitergehen. Ziel muss es sein, das Pflegerisiko ähnlich abzusichern wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit.", so Karas abschließend.

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