ÖAMTC: Darf's noch ein bisserl mehr sein? Wer verdient am Nettospritpreis?

EU-weite Preisvergleiche arbeiten teilweise mit überholten Zahlen und hinken der Realität hinterher

Wien (OTS) - Die regelmäßige Bekanntgabe der angeblich so günstigen Spritpreise in Österreich im EU-Vergleich entspricht nicht der Realität. "Das dafür verwendete EU-Datenmaterial ist nicht auf dem neuesten Stand und lässt daher Spielraum für Interpretationen", so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Ein Beispiel zeigt das deutlich auf: Laut offizieller EU-Berechnung ist in Deutschland der Nettopreis (= Zapfsäulenpreis ohne Steuern) für Benzin 1,2 Cent billiger als in Österreich, für Diesel 0,6 Cent. "Tatsächlich sind es aber pro Liter Benzin 5,5 Cent und pro Liter Diesel 3,3 Cent", sagt die ÖAMTC-Expertin.

"Wenn man sieht, wie viel niedriger der Nettopreis in Deutschland ist, kann man sich schon ärgern", so Brandau. Rechnet man die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer vom Literpreis ab, bleibt der Nettopreis über, der einzig von den Mineralölfirmen festgesetzt wird. "Was spricht eigentlich dagegen, dass die Mineralölfirmen in Österreich zum annähernd selben Nettopreis anbieten wie die in Deutschland? Diesel wäre dann an der Zapfsäule um vier Cent günstiger, Superbenzin sogar um mehr als sechs Cent", rechnet die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin vor. Das Argument der Ölmultis, dass die Kosten für die Industrie in Österreich mit jenen in Deutschland nicht vergleichbar sind, will Brandau so nicht gelten lassen: "Schließlich ist die Topographie in Westösterreich nicht anders als in Bayern."

Schere Diesel - Benzin geht weiter auf

"Ein Blick in die ÖAMTC-Spritdatenbank zeigt, dass die Schere zwischen Diesel und Benzin immer weiter aufgeht", so die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin. Bei den Nettopreisen (ohne Steuern) ist Diesel in Österreich bereits um 17 Cent teurer als Benzin.

Von den extrem hohen Dieselpreisen sind 2,3 Millionen Autobesitzer betroffen. "In Österreich fahren 323.000 Autos mehr mit Diesel als mit Benzin. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier jemand an der Menge verdienen will. Aus den Dieselfahrern ist derzeit einfach am meisten rauszuquetschen", ärgert sich die ÖAMTC-Expertin.

Heute zahlt man an der Tankstelle (brutto) im Durchschnitt 8,9 Cent mehr für Diesel als für Benzin. Vor einem Monat waren es 1,5 Cent. Vor zwei Monaten war Diesel noch um 1,4 Cent billiger als Benzin.

Stopp dem Spritpreis-Wahnsinn: Die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin fordert alle Autofahrer auf, gegen den Spritpreis-Wahnsinn zu protestieren. Auf der Homepage des Clubs ( www.oeamtc.at ) kann man seine Protestunterschrift abgeben und im Online-Forum mitdiskutieren. Bereits über 50.000 österreichische Autofahrer haben mit ihrer Stimme ihren Protest kundgetan, die Zahl der Unterschriften steigt minütlich. Den aktuellen Unterschriftenstand macht ein Zähler auf der Homepage des Clubs transparent.

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