Kulturgewerkschaft fordert "Mehr Musik aus Österreich im Radio"

Anteil österreichischer Musik im Radio soll auf den EU-Schnitt von 40 Prozent erhöht werden.

Wien (KMSfB/ÖGB) - Die Musikschaffenden hierzulande werden von Radiomanagern auf's Abstellgleis geschoben. Der Anteil in Österreich komponierter Musik beträgt 14,5 Prozent [Durchschnitt aller ORF-Radios]. Auf Ö3 sind es 5,5 Prozent. Kein Platz im [Hit]radio -und das seit mehr als 15 Jahren. [2007, Zahlen: ORF, AKM] ++++

"In Europa senden Radiostationen rund 40 Prozent Musik aus dem eigenen Land. Wir fordern den Zugang zum Publikum gemäß dem europäischen Standard", erklärt Peter Paul Skrepek, Musiker & Komponist, Präsident Musikergilde, Österreichische Note und Sektion Musik in der Kulturgewerkschaft. Die Musikschaffenden, die in Österreich leben und arbeiten, haben viel anzubieten. Der öffentliche Rundfunk ist verpflichtet, den gesetzlichen Kultur-, Bildungs- und Informationsauftrag zu erfüllen. Das Publikum schätzt Musik aus Österreich. Mehr davon ist ein Gewinn für alle.

Neue Österreicher - nur Marktschreierei
Als reiner Marketing-Schmäh hat sich die Ö3-Aktion "Neue Österreicher" herausgestellt. Von 4,97 Prozent [2006] stieg der Anteil von Musik aus Österreich auf 5,49 Prozent [2007]. 2006 stammte jeder zwanzigste Musiktitel aus österreichischer Feder, 2007 jeder achtzehnte. "Nach einer derart breiten Werbekampagne nur ein, zwei Musikstücke aus Österreich mehr am Tag zu senden, kann ich nur noch als offene Verhöhnung empfinden", so Skrepek.

Da EU-Recht offensichtlich über österreichischem Recht steht, wenden wir uns nun auch an das EU-Parlament. In den Ländern der EU müssen unserem Vorschlag zufolge 51 Prozent aller Programme aus eigener, europäischer Produktion stammen, ebenso deren Inhalte [z. B. Kompositionen, Texte, usw.]. Mindestens 25 Prozent müssen weiters aus lokaler oder regionaler Produktion kommen, Altbekanntes und neue junge Talente bunt gemischt.

Diese EU-Regelung möge das EU-Parlament beschließen. Gleichzeitig muss der Anteil von Musik aus Österreich in jedem österreichischen Rundfunkprogramm unverzüglich auf den derzeitigen EU-Standard [ca. 40 Prozent] angehoben werden.

ÖGB, 30. Mai 2008 Nr. 330

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