Gewerkschaft vida fordert besser Arbeitsbedingungen für TaxilenkerInnen

Eberl: Tür und Tor für Sozialbetrug und Schwarzarbeit in der Taxibranche dürfen nicht länger offen bleiben

Wien (vida/ÖGB) - Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für TaxilenkerInnen fordert Georg Eberl, Bundessekretär der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida im Zusammenhang mit den aktuellen Wünschen der Wiener Taxiunternehmer und ihrer zuständigen Fachgruppe in der Wirtschaftskammer nach einem Treibstoffzuschlag bzw. einer generellen Erhöhung der Taxitarife. "Das ganze riecht nach einer schnellen Abzocke der Fahrgäste während der Fußballeuropameisterschaft, bei der viele TaxilenkerInnen selbst durch die Finger schauen würden", kritisierte Eberl. "Die Taxiunternehmer und der Wiener Fachverband sind eingeladen, sich gemeinsam mit der Gewerkschaft an einen Tisch zu setzen, um die teils katastrophalen Arbeitsbedingungen für die TaxlerInnen endlich zu verbessern", betont der Gewerkschafter. ****

Verwundert zeigt sich Eberl über die trotz bestehender Beförderungspflicht im Raum stehenden Streikdrohungen der Taxiunternehmungen: "Sollten pikanterweise die Arbeitgeber ihre Ankündigungen wahr machen und tatsächlich noch in den Streik treten, steht die Gewerkschaft jederzeit betroffenen TaxilenkerInnen für dadurch auftretende mögliche Benachteiligungen hinsichtlich Bezahlung und anderer arbeitsrechtlicher Fragen jederzeit gerne zur Verfügung", unterstrich der vida-Bundessektionssekretär.

Wie bei laufenden Kontrollen auf der Straße in den letzten Monaten leider festgestellt werden musste, erörterte Eberl weiter, seien immer wieder TaxifahrerInnen ohne entsprechende Ausbildung und Lenkberechtigung im Einsatz. "Bei Überprüfungen kommt nicht selten ans Tageslicht, dass LenkerInnen nicht bei der Sozialversicherung angemeldet oder nur prekär und geringfügig beschäftigt sind", kritisiert der vida-Bundessektionssekretär. Und teils seien sogar auch arbeitslos gemeldete LenkerInnen mit dem Taxi im Einsatz, ergänzte Eberl.

Die Bezahlung in der Taxibranche sei äußerst schlecht und liege durchschnittlich bei nur rund 840 Euro Brutto im Monat für eine Vollzeitbeschäftigung. Bei der Umsetzung von 1.000 Euro Mindestlohn sei die Branche noch säumig und auch ein bundesweiter Kollektivvertrag existiere noch nicht, ergänzte der Gewerkschafter.

"Bei den demnächst anstehenden Verhandlungen über einen österreichweit geltenden Kollektivvertrag für Taxilenker sind nun die Unternehmervertreter gefordert, um zu einer akzeptablen Einigung für die Beschäftigten zu gelangen", appellierte Eberl und fügte hinzu:
"Sonst muss wohl weiterhin befürchtet werden, dass für Schwarzarbeit und Sozialbetrug in der Branche Tür und Tor weiter geöffnet bleiben."

ÖGB, 30. Mai 2008 Nr. 328

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