Greenpeace fordert 50 Millionen Euro für den Artenschutz

Die Finanzierung der Schutzgebiete muss noch in Bonn geklärt werden

Bonn/Wien (OTS) - Die UN-Artenschutzkonferenz in Bonn geht ihrem Finale entgegen. Nicht nur Greenpeace zufolge sind die beiden Bereiche Artenschutz und Klimawandel die wichtigsten globalen Herausforderungen für die Umweltpolitik. "Die Welt kann sich ein Scheitern beim Arten- und Klimaschutz inzwischen nicht mehr leisten, und somit muss auch Österreich aktiv werden, um einen Durchbruch in Bonn zu ermöglichen", meint Greenpeace-Sprecher Bernhard Obermayr.

Ein entscheidender Verhandlungspunkt bei der Konferenz in Bonn ist einmal mehr die Finanzierung der Artenschutz-Programme. Die Ankündigung Deutschlands, fünfhundert Millionen Euro für die nächsten vier Jahre und anschließend denselben Betrag jährlich für den Artenschutz zur Verfügung zu stellen, hat nun doch noch etwas Dynamik in die Verhandlungen gebracht. "Auch andere wohlhabende Länder wie Österreich sind jetzt gefordert, nachdem Deutschland den ersten Schritt gesetzt hat. Analog dazu sollten Gusenbauer und Pröll möglichst rasch zumindest fünfzig Millionen Euro zur Verfügung stellen", fordert Obermayr.

Die Urwälder auf unserem Planeten werden in alarmierender Geschwindigkeit vernichtet: "Alle zwei Sekunden wird Regenwald von der Größe eines Fußballfeldes zerstört. Allein in Amazonien wurde bereits mehr an Regenwaldfläche dem Erdboden gleich gemacht als Frankreich groß ist", berichtet Obermayr. Doch die Vernichtung der Urwälder trifft mittlerweile längst nicht mehr die dort lebenden Menschen und Tiere allein: "Durch die Urwaldzerstörung werden riesige Mengen an Treibhausgasen freigesetzt, und zwar ein Fünftel der weltweiten Emissionen, die dann wiederum den globalen Klimawandel vorantreiben", weiß Obermayr.

Nur durch die Einrichtung von Waldschutzgebieten können der Verlust der Artenvielfalt und somit auch der globale Klimawandel noch gebremst werden. Dafür werden jährlich rund zwanzig bis 27 Milliarden Euro benötigt. "Und solche Beträge können eben nur die reichen Länder aufbringen, wobei auch Österreich Flagge zeigen muss", so Obermayr abschließend.

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