Städtetag: Wissenschaftler empfiehlt neue föderale Praxis

Wien (OTS) - Je erfolgreicher eine Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht ist, desto mehr treten soziale Differenzen auf, betonte am Freitag der an der TU-Wien lehrende Soziologe Jens S. Dangschat in Innsbruck. Von Seiten der Politik sei eine aufmerksame Verfolgung dieser Prozesse geboten. Versuche, diese Differenzierungen einzuebnen, begegnete er skeptisch. Wachstums- und Schrumpfungsprozesse würden permanent passieren, problematisch sei jedoch die Siedlungsentwicklung in Österreich. Diese gehöre neu geregelt. Die föderale Praxis seit 1955 müsste nach neuen Kompetenzen überarbeitet werden, so Dangschat, der an zu viele "heilige Kühe" in diesem Bereich erinnerte.

Politisches Tabu "Schrumpfen" überwinden

Auswirkungen haben diese Prozesse auch auf den Finanzausgleich. Der Professor an der TU-Wien sprach sich u.a für einen regionalen interkommunalen Finanzausgleich aus. Ein weiteres Problem sei, dass bislang über schrumpfende Regionen, zu denen in Österreich u. a. die Obersteiermark, das Waldviertel, aber auch Teile Osttirols zählen, aufgrund politischer Tabuisierungen zu wenig Theorie erarbeitet wurde. Der Verweis auf die Möglichkeiten des sanften Tourismus sei nicht überall anwendbar. Zur Integrationsdebatte in den Städten meinte Dangschat, dass Segregation, also das Entstehen nicht durchmischter, homogener sozialer und kultureller Milieus nicht das eigentliche Problem sei. Vielmehr müssten sich Kommunen auf ihr Potential bei der Bereitstellung öffentlicher Räume konzentrieren.

Städtetag im kommenden Jahr in Obersteiermark

Der 58. Städtetag endet Freitag Mittag in Innsbruck. Im kommenden Jahr findet der Städtetag erstmals in Kooperation der Städte Leoben, Kapfenberg und Bruck a.d. Mur in der Obersteiermark statt. (Schluss) hch

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
Handy: 0676/8118 81082
E-Mail: hc.heintschel@wien.gv.at

Mag. Paul Weis
Österreichischer Städtebund
Tel. 01-4000-89990
Mobil: 0676 8118 89990
E-Mail: paul.weis@staedtebund.gv.at
www.staedtebund.gv.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0029