Katholische Sozialakademie kritisiert "Pensionsautomatik"

Modell der Minister Bartenstein und Buchinger beruhe auf "einseitigen Annahmen" und sei "demokratiepolitisch bedenklich"

Wien, 30.5.08 (KAP) Die Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe) hat sich am Freitag kritisch zu der von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Sozialminister Erwin Buchinger vereinbarten "Pensionsautomatik" geäußert. Es sei klar, dass das umlagefinanzierte Pensionssystem immer wieder positiv neu zu gestalten ist. Wie eine echte Reform auszusehen hat, sollte jedoch besser nicht durch "Automatismen" geregelt werden, sondern jeweils in einem politischen Aushandlungsprozess.

Problematisch sieht die ksoe die dem "Automatismus" zugrunde gelegten Annahmen. Dies gelte insbesondere in Bezug auf die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung und im Hinblick auf das derzeitige Auseinanderklaffen zwischen gesetzlichem und tatsächlichem Pensionsantrittsalter. Durch die "Annahmen" sei die Gefahr verbunden, dass existierende Fehler und Fehlentwicklungen im jetzigen System einfach fortgeschrieben werden.

Wichtige Herausforderungen würden im jetzt vorgelegten Modell zuwenig wahrgenommen, bedauerte die ksoe, so etwa die Auswirkungen der langen Durchrechnungszeiträume im Zusammenhang mit immer unregelmäßigeren Erwerbsbiografien vieler Menschen. Dies berge die Gefahr, dass immer mehr Menschen, vor allem Frauen, niedrigste Pensionen bekommen und von Altersarmut bedroht werden.

Demokratiepolitisch ist für die ksoe bedenklich, dass ein Themenbereich, der kontrovers diskutiert wird, einfach aus der Sozialpolitik heraus genommen werden soll, um sich so die Mühe zu ersparen, "gerechte Wege auf demokratischem Weg zu erarbeiten". (Informationen: Markus Schlagnitweit, Tel. 310.51/59, E-Mail:
markus.schlagnitweit@ksoe.at). (ende)
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