UNHCR baut Hilfe für Opfer von Fremdenhass in Südafrika aus

Zelte, Decken, Experten für provisorische Quartiere - Schon 100.000 vertrieben

Pretoria/Genf/Wien (UNHCR) - UNHCR verstärkt seine Hilfe für die Opfer von Fremdenhass in Südafrika. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen übergab das UN-Flüchtlingshochkommissariat 2000 Zelte, 7000 Decken und 2000 Schlafmatten an die Behörden zur umgehenden Verteilung an Ausländer, darunter Flüchtlinge und Asylwerber, die durch die jüngsten fremdenfeindlichen Angriffe und Plünderungen obdachlos geworden waren. Tausende Männer, Frauen und Kinder aus Simbabwe, Somalia, Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern haben in den vergangenen zwei Wochen Häuser und Geschäfte verloren. Ein eigener UNHCR-Experte soll die Regierung nun dabei unterstützen, geeignete Quartiere zur provisorischen Unterbringung der Opfer zu finden. Derzeit campieren viele Vertriebene in der Nähe von Polizeistationen und an anderen öffentlichen Orten. Kernpunkt der gestern vorgestellten Regierungsstrategie gegen die Massenvertreibungen ist die Einrichtung von "temporären Orten der Sicherheit". "Für uns", sagt UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer, "wird entscheidend sein, dass die provisorischen Quartiere internationalen Standards entsprechen."

Mit dieser Hilfslieferung hofft UNHCR, einen Beitrag zu leisten, um das Leid der durch Plünderung, Brandstiftung und fremdenfeindliche Gewalt Vertriebenen zu lindern.

Mitarbeiter aus dem UNHCR-Büro in Südafrika, darunter zwei erfahrene Flüchtlingsschutz-Experten, sind in der Provinz Gauteng, in Kapstadt und in Johannesburg im Einsatz. Sie haben eine Lagebeurteilung in bestehenden Behelfsquartieren unternommen, an denen die Gewaltopfer zusammengekommen sind. UNHCR arbeitet weiter eng mit anderen Organisationen zusammen, um Nahrungsmittel, Unterkünfte, Decken und andere elementare Dinge des täglichen Bedarfs zur Verfügung zu stellen. Diese Hilfe wird ständig ausgebaut.

UNHCR teilt die Meinung der Regierung, dass Camps nicht die geeignete Lösung für die Vertriebenen sind. Solche Einrichtungen schaffen oft mehr Probleme, als sie lösen. Angesichts der schlechten humanitären Situation, in der die Vertriebenen ohne geeignete Unterkünfte und sanitäre Anlagen leben müssen, kommt UNHCR jedoch zu dem Schluss, dass provisorische Quartiere umgehend nötig sind.

Bei systematischen Überfällen von marodierenden Gangs in den städtischen Zentren Südafrikas wurden seit 11. Mai 56 Menschen getötet und bereits geschätzte 100.000 vertrieben, der Großteil nicht registrierte Migranten aus Mosambik, Malawi und anderen afrikanischen Ländern. Einige von ihnen sind seither in ihre Heimatländer oder in Drittländer gegangen. Derzeit sind 42.000 Betroffene, unter ihnen Flüchtlinge und Asylsuchende, in 95 Notunterkünften - hauptsächlich in den Provinzen Gauteng und Western Cape - untergebracht.

Aktuell leben 128.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende in Südafrika.

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