Die Entscheidung ist gefallen: 7 % der 15-Jährigen fallen aus dem Bildungssystem

Und nur 38 % der NÖ-HauptschülerInnen wechseln in maturaführende Schule

Wien (AKNÖ OTS) - Für tausende niederösterreichische Kinder sind diese Tage die entscheidenden für ihre berufliche Zukunft und für ihr voraussichtliches Lebenseinkommen. "Für 7 % der 15-jährigen SchülerInnen wird dieses Schuljahr das letzte in ihrem Leben gewesen sein. Sie werden weder eine Lehre beginnen, noch weiter zur Schule gehen", schlägt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger Alarm. 15-Jährige mit nur 9 Jahren Pflichtschule sind am Arbeitsmarkt der Zukunft praktisch chancenlos.

Die Bildungschancen sind in Niederösterreich ungleich verteilt: Im Bezirk Mödling wechseln ab September 60 % der VolksschülerInnen in eine maturaführende Schule, im Bezirk Gmünd lediglich 22 %. AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner: "Diese Unterschiede leiten sich ausschließlich aus dem Geburts- oder Wohnort ab und haben weder mit der schulischen Leistung und schon gar nichts mit der Intelligenz der Kinder zu tun." Und im Bezirk Melk müssen die Eltern für eine höhere Schulbildung ihrer Kinder Schulgeld bezahlen. Eine maturaführende Bundesschule gibt es in diesem Bezirk nämlich nicht.

Chance auf Matura: aus AHS Unterstufe zu 93 %, aus Hauptschule zu 38 % Ist ein Kind einmal in einer AHS untergekommen - was in manchen Bezirken aus Platzmangel sehr schwierig geworden ist - so ist der Weg zur Hochschulreife weitgehend geebnet. Günter Kastner: "93 % der AHS-UnterstufenschülerInnen wechseln in eine Oberstufe mit Reifeprüfung als Abschluss." Für HauptschülerInnen - und das sind in Niederösterreich drei Viertel aller Kinder - sind die Chancen nicht halb so gut. Nur etwas mehr als Drittel tritt in eine HAK, HTL oder in ein BORG über, belegt die jüngste Bildungserhebung der Statistik Austria. Die lange aufgestellte Behauptung, 80 % aller niederösterreichischen MaturantInnen hätten als HauptschülerInnen begonnen, ist also durch die Fakten längst widerlegt.

Staudinger: Gute Chancen auch mit Lehre, Ausbildungsgarantie rasch umsetzen Matura alleine ist aber nicht alles, auch Jugendliche mit abgeschlossenem Lehrberuf haben in Zukunft gute Erwerbschancen, "und das neue Modell Lehre & Matura, das ich immer gefordert habe, bietet Vorteile aus Fachkenntnissen und Studienberechtigung", so der AKNÖ-Präsident. Wichtig ist, dass die Schul- oder Ausbildungslaufbahn nicht nach der 9. Schulstufe endet, deshalb fordert Staudinger "die von der Bundesregierung geplante Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen bis 18 Jahre rasch umzusetzen".

Wo sind die weißen Flecken auf der Bildungslandkarte Niederösterreichs? Die AKNÖ fordert weiters + die Erstellung eines Bildungs-Masterplans für Niederösterreich, um festzustellen, in welchen Landesteilen ein Mangel an weiterführenden Schulen herrscht. + Die ehestbaldige Realisierung der von der Bundesregierung versprochenen Bildungsgarantie für alle Jugendlichen bis 18 Jahre. + Die Einführung der gemeinsamen Schule von 10 bis 14 Jahren als Modellregion in Niederösterreich. + Sofortige Gespräche mit dem Bund, um möglichst gleiche Bildungs-und Lebenschancen in allen Landesteilen zu gewährleisten.

Rückfragen: AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner, Tel. 05-7171-1967

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