Pirklhuber fordert Runden Tisch in Sachen Milchlieferboykott

Grüne: Landwirtschaftsminister Pröll muss endlich Stellung beziehen und die Aktion der IG-Milch unterstützen

Wien (OTS) - "Die Grünen haben großes Verständnis für den Lieferboykott der europäischen Milchbäuerinnen und Milchbauern an der sich auch federführend die IG-Milch beteiligt. Diese ‚Notwehrmaßnahme’ der Grünlandbauern ist ein Signal in Europa und zeigt deutlich auf, dass die europäische Agrar- und Lebensmittelpolitik dringend reformiert gehört", kommentiert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, die aktuellen Entwicklungen am Milchmarkt.

Vom Endverbraucherpreis im Supermarkt-Regal erhalten die MilcherzeugerInnen inzwischen wieder weniger als 40 Prozent, während Futtermittel- und Energiekosten massiv gestiegen sind. "Wenn der Preiskampf der Handelskonzerne auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern ausgetragen wird schadet das nicht nur direkt den ProduzentInnen, sondern forciert das Bauernsterben, zerstört daran gekoppelte Arbeitsplätze in den Regionen und vernichtet damit mittelfristig unsere wunderschöne Kulturlandschaft in den Berggebieten", erklärt Pirklhuber und ist überzeugt, dass auch die KonsumentInnen eine Sicherung der Versorgung mit frischer Milch durch die österreichischen Bäuerinnen und Bauern wollen.

"In einem persönlichen Gespräch heute morgen habe ich daher Landwirtschaftsminister Josef Pröll aufgefordert umgehend einen Runden Tisch in der Causa ‚Milchlieferboykott’ einzurichten. Daran sollten VertreterInnen der IG-Milch, der Landwirtschaftskammer, des Handels und die AgrarsprecherInnen der Parlamentsparteien teilnehmen. Ich warte jetzt auf eine Antwort von Minister Pröll und wundere mich darüber, dass er bisher zu den aktuellen Ereignissen am Milchsektor beharrlich geschwiegen hat", so Pirklhuber und weiter:
"Völlig unverständlich ist die bisherige Haltung von Bauernbundpräsident Grillitisch, der im Unterschied zu seinem deutschen Kollegen die berechtigten Forderungen der IG-Milch nicht unterstützt, sondern im Gegenteil versucht, die Aktionen der Bäuerinnen und Bauern schlecht zu reden".

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