Tankstellenpächter profitieren nicht von gestiegenen Spritpreisen

Obmann Müller: "Gesamtheitliche und zukunftsfähige (europäische) Lösungen nötig"

Wien (PWK414) - Tankstellenpächter profitieren nicht von den explodierenden Ölpreisen, erklärt Ferdinand Müller, Obmann des Fachverbandes Tankstellen in der Wirtschaftskammer Österreich. "Ganz im Gegenteil, die Pächter bekommen einen fixen Satz, sodass sie anders als der Staat nicht durch die höheren Preise mehr Gewinn erwirtschaften können", betont Müller. Angesichts der dramatischen Treibstofferhöhungen und der zu erwartenden Erhöhung zur EM sei Transparenz bei der Preisbildung nötiger denn je.

Tankstellenpächter kalkulieren bereits jetzt mit Margen unter 3 Prozent. Überdies finde in der Branche ein ruinöser Verdrängungswettbewerb zu Lasten mittelständischer freier Anbieter statt. Ein Umsatzrückgang von über 10 Prozent und die durchwegs schlechte Eigenkapitalausstattung belasten die Tankstellenpächter bereits jetzt. Weitere Schließungen und damit eine Ausdünnung des Versorgungsnetzes seien nach Ansicht Müllers zu erwarten.

Auf europäischer Ebene sollte die Preisentwicklung genauer analysiert und ihr gegengesteuert werden, führt Müller weiter aus. "Nationale Alleingänge sind nicht zielführend, da Österreich 0,35 % des Weltmineralölverbrauches bzw. die EU25 mehr als 18,5% auf sich vereinen. Es gilt, offensichtlichem Spekulationswahnsinn entschieden zu begegnen und rasch der europäischen Verkehrswirtschaft zu helfen. Denn wer rasch hilft, hilft doppelt", so Müller

Prinzipiell begrüßt wird der Vorschlag des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel EU-weit auszusetzen, so der Experte, denn das ist eh eine Abkassier-Mogelpackung. Ein österreichisches Unikum, dass auch die gewerbliche Binnenschifffahrt MöSt zahlt und damit für die einen Beitrag für die Straßenerhaltung leistet, das sollte auch überdacht werden.

Die europäische Verkehrswirtschaft generiert 10% des EU BIP und beschäftigt insgesamt 7% der Erwerbstätigen. Ihre Unternehmen sind für 40% der Gesamtinvestitionen und 30% der Gesamtenergieverbrauches verantwortlich. "Kurzum: eine gesunde Entwicklung dieser Schlüsselbranche ist nötig", fasst Müller zusammen. (JR)

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