GPA-DJP zur Telekom-Studie: Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf auf betrieblicher und politischer Ebene

Ähnliche Phänomene in IT-Branche

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - Die heute präsentierten Ergebnisse einer u.a. von der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) unterstützen Studie über die Arbeitsbedingungen in der österreichischen Telekombranche hat gezeigt, dass der extreme Wettbewerbsdruck zu massiven körperlichen und psychischen Belastungen unter den Beschäftigten führt. "Wenn hier nicht rasch von den Eigentümern durch konkrete Maßnahmen gegengesteuert wird, wird das perspektivisch auf Kosten der Qualität von Produkten und Dienstleistungen gehen", so die Leiterin des Geschäftsbereichs Interessenvertretung in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Claudia Kral-Bast.

"Fragen der Arbeitszeitgestaltung inklusive einer Verkürzung der Arbeitszeit werden bei künftigen Kollektivvertragsverhandlungen sicher eine wichtige Rolle spielen. Mit immer weniger Personal immer größeren wirtschaftlichen Erfolg herausholen zu wollen, wird auf Dauer nicht gut gehen. Nur MitarbeiterInnen mit einem entsprechenden gesundheitlichen Zustand können auch langfristige Qualität sichern. Hier sollten die Unternehmensführungen im Eigeninteresse Sorge tragen", so Kral-Bast.

Die GPA-DJP hat auch Hinweise, dass auch andere Branchen, insbesondere die IT-Branche mit ganz ähnlichen Phänomenen, wie etwa Burn-out konfrontiert sind. "Die IT-Branche ist vom Alter der Beschäftigten her längst keine junge Branche mehr. Bekanntlich lässt sich eine gewisse Arbeitsintensität nicht bis ins Alter Aufrecht erhalten. Wir werden die Frage der Arbeitsbedingungen auch in dieser Branche zu einem Thema der politischen Auseinandersetzung machen. Durch ausgepowerte und kranke MitarbeiterInnen geht der gesamten Gesellschaft wichtiges Know-how und Erfahrung verloren und es entstehen volkswirtschaftliche Kosten, die wir alle zu tragen haben. Die Schaffung von arbeitsrechtlich abgesicherten Möglichkeiten, auch länger aus dem Berufsleben auszusteigen, um seine Batterien wieder aufzuladen, steht auf der Tagesordnung", erklärt Kral-Bast.

"Was die Rolle der Kontrollbehörde betrifft, so haben wir den Eindruck, dass diese derzeit hilflos zusieht, wie Preiswettbewerb in ein ruinöses Dumping der Arbeitsbedingungen mündet. Die Kontrollbehörde ist aufgerufen, endlich für einen fairen Wettbewerb zu sorgen, der auch auf die Interessen der Beschäftigten Rücksicht nimmt. Deshalb fordern wir, dass die ArbeitnehmerInnevertretung wieder ein Mitsprachrecht in der Telekom-Kontrollbehörde erhält. ", so Kral-Bast abschließend.

ÖGB, 29. Mai 2008 Nr. 325

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