Wurstpreise: Fleischwarenindustrie schreibt kräftige Verluste

Kostenexplosion verursacht tiefrote Bilanzen

Wien (PWK412) - "Wurstwaren sind im Jahresvergleich sehr preisstabil. Sie haben die Preisrallye anderer Nahrungsmittel nicht mitgemacht. Tatsächlich sind die Kosten aber unaufhaltsam gestiegen und haben eine tiefrote Spur in den Bilanzen der Fleischwarenindustrie hinterlassen", erklärt Michael Blass, Geschäftsführer des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Die österreichische Fleischwarenindustrie ist mit einer Kostenexplosion bei fast allen Kalkulationsbestandteilen konfrontiert.
Gravierende Verluste in den letzten Monaten sind die alarmierende Folge.

Ein Faktor, der die Kosten besonders in die Höhe treibt, ist die Energie. Die Kühlung in der gesamten Produktion und die Reifeanlagen für Rohwürste, Rohpökelwaren und Dauerwaren sind sehr energieintensiv. Daher wirken sich Steigerungen bei Gas von +30% und bei Strom - je nach Vertrag - von +15 bis 30% besonders stark aus, alleine im Vergleich Mai 2007 zu Mai 2008. Transport und Logistik verzeichnete in diesem Zeitraum ein Plus von insgesamt 25%. Darunter fallen z.B. die Benzin-/ Dieselpreise und die Mautkosten. Verpackungsmaterialien, Natur-därme, Gewürze und Zusatzstoffe haben ebenfalls zum Teil kräftig angezogen. Auch die öffentliche Hand treibt die Kosten in die Höhe: amtliche Gebühren wie die tierärztlichen Kontrollgebühren sind seit 1.1.2008 drastisch erhöht worden.

Zu dieser Kostenexplosion kommen noch die Personalkosten. Die Branche konnte die Lohn- und Gehaltserhöhungen der letzten 2 Jahre, also für 2006 und 2007, nicht in den Wurstpreisen berücksichtigen. Das sind zusammen bereits gute 4%. Die Erhöhungen der Personalkosten durch die kommende Lohnrunde ab 1.7.2008 sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

"Die Betriebe sind durch die genannten Kostensteigerungen in die Verlustzone gerutscht, selbst wenn man den Anstieg der Schweine- und Rindfleischpreise bei der Betrachtung vollkommen beiseite lässt", bezieht sich Dr. Michael Blass auf die Gründe für die dramatische Entwicklung. "Die gestiegenen Schweinepreise von mehr als 24% gegenüber der Vergleichswoche im Vorjahr und die Preiserhöhungen bei Rindfleisch zur Verarbeitung von mehr als 10% haben die Dynamik der negativen Ertragsentwicklung in der Fleischwarenindustrie noch verschärft. Die Grundproblematik sind die Steigerungen bei den sonstigen Kosten, die auf allen Ebenen Verteuerungen zur Folge haben", stellt Dr. Michael Blass fest.

"Wenn die Erlöse nicht verbessert werden können, wird 2008 ein Katastrophenjahr für die österreichische Fleischwarenindustrie", resümiert Blass. (us)

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E-Mail: m.blass@dielebensmittel.at

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