Städtetag 2008 (3) - Bildung als Standortfaktor

Bildungspolitik Voraussetzung für Innovationspolitik und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg

Wien (OTS) - Eines der reichsten Länder brauche zur Zukunftssicherung eines der besten Bildungssysteme. Österreichs Bildungswesen liege jedoch bei allen internationalen Benchmarks derzeit im Mittelfeld, nicht an der Spitze, erklärte Mag. Monika Kircher-Kohl, CEO Infineon Technologies Austria AG und Stellvertretende Vorsitzende der Expertenkommission "Zukunft der Schule". Bildung und Innovation seien die Grundlage für langfristig sichere Arbeitsplätze und Wohlstand, zudem sind sie auch zentrale Wachstumstreiber, so Kohl weiter. Der Schwerpunkt der Reformnotwendigkeit liege im Schulbereich, da mit der Reform der Universitäten und der Schaffung der Fachhochschulen bereits viel erreicht wurde. Ziel müsse die Sicherung eines qualifizierten Nachwuchses für die österreichische Wirtschaft sein. Neue wirtschaftliche Herausforderungen wie Globalisierung, Informationsgesellschaft, Migration etc. verlangen nach einem zeitgemäßen, künftigen Rahmenbedingungen und Bedürfnissen entsprechenden Bildungskonzept. Kircher-Kohl erläuterte nochmals die wesentlichen Lösungsansätze und Empfehlungen der Expertenkommission "Zukunft der Schule" und unterstrich, dass Bildungspolitik die Voraussetzung für Innovationspolitik und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg sei.

WKO: Bildung am Prinzip des Lebenslangen Lernens ausrichten

Wesentliche Herausforderungen für das heimische Bildungswesen sind für Dr. Michael Landertshammer von der Wirtschaftskammer Österreich ein differenziertes, vielfältiges und bedarfsgerechtes Bildungsangebot auf allen Stufen sowie die Notwendigkeit, Bildung am Prinzip des Lebenslangen Lernens auszurichten, was Durchlässigkeit und die Stärkung der Weiterbildung bedeute. Landertshammer unterstrich die Forderungen der WKO in Sachen Lehrlingsausbildung -so müsse die Lehre auch für leistungsstarke Jugendliche attraktiv gemacht werden -, Schule, Hochschulen und Lebenslanges Lernen und Weiterbildung. Das Lernen Erwachsener müsse bildungspolitische Priorität haben, die Ausarbeitung einer umfassenden und in sich konsistenten Strategie des Lebenslangen Lernens sei notwendig. Die Wirtschaftskammern seien Träger einer Vielzahl von Bildungsangeboten. In direkt den Wirtschaftskammern Österreichs zuzuordnenden Bildungseinrichtungen werden rund 530.000 Personen aus- und weitergebildet bzw. betreut, so Landertshammer abschließend.

AK: Baustelle "Hochschulbereich"

Höhere Bildung bedeutet eine höhere Partizipation am Arbeitsmarkt, sie mindert das Risiko, arbeitslos oder von Armut betroffen zu sein und sichert somit folglich auch bessere Einkommenschancen für den einzelnen Arbeitnehmer/die einzelne Arbeitnehmerin sowie dessen/deren Kinder, so Martha Eckl von der Arbeiterkammer Wien. Bildung sei aber auch eine wichtige Grundlage für die demokratische Weiterentwicklung und den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft. Aus Sicht der AK als ArbeitnehmerInnen-Interessenvertretung ist es daher höchst an der Zeit, dass mehr und besser qualifizierte AbsolventInnen im Hochschulbereich ausgebildet werden. Aus Sicht der Arbeiterkammer gebe es im Hochschulbereich drei "Baustellen": 1. Kaum Ansprechen von "NichtmaturantInnen" und wenig Orientierungshilfen für die Studienwahl, 2. zu wenig Maßnahmen zur sozialen Absicherung der Studierenden und zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Beruf und 3. Ressourcenmangel und fehlender nationaler Entwicklungs- und Finanzierungsplan für den Hochschulbereich.

Bildung als Standortfaktor - Beispiel Wels

Anhand des Beispiels der Fachhochschulstadt Wels - seit 15 Jahren gibt es in der Stadt eine Fachhochschule - wurde deutlich, welche Rolle "Bildung" für den Wirtschaftsmotor Stadt spielt. Für die Stadt hat sich die Fachhochschule zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Bildungswesens entwickelt, so der Welser Stadtrat Dr. Friedrich Ganzert. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bei der Konzeption von Studiengängen und bei der Erarbeitung der Lehrinhalte bietet die Gewähr, dass der Wirtschaft Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden können, die den Anforderungen der praktischen Arbeit gerecht werden. Dem steht gegenüber, dass FH-Absolventen auf Grund ihrer überdurchschnittlichen Qualifikation beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt und damit verbunden für eine glänzende berufliche Karriere vor sich haben. Jeder Euro, mit dem die Stadt die Fachhochschule unterstützt - bis heute etwa 7 Millionen Euro -, sei bestens investiert, so Ganzert. So habe man mit der Entscheidung, den Neubau der Schule in der Innenstadt zu errichten, noch zusätzlich einen Impuls für die Belebung der Innenstadt setzen können. (Schluss) wei

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