ÖVP Wien ad Psychiatrie-Kommission: Personalmangel im OWS seit 10 Jahren bekannt!

SP-Stadtregierung hat Umsetzung der Psychiatriereform verschlafen - Untätigkeit zum Nachteil für PatientInnen und Personal

Wien (VP-Klub) - Sie sehe sich in ihrer Einschätzung über die gespannte Personalsituation am Otto Wagner-Spital (OWS) durch die Aussagen von Dr. Zeyringer, Oberarzt im OWS, einmal mehr bestätigt, erklärt LAbg. Ingrid Korosec in der heutigen Sitzung der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zur Psychiatrie in Wien.

SP setzt Betroffene massiv unter Druck

Dr. Zeyringer war - nach einer Reihe von Sachverständigen - der erste Zeuge aus dem OWS, der zur Personalsituation und zu den Arbeitsbedingungen Auskunft geben konnte. Hinsichtlich der Befragung gab Dr. Zeyringer an, dass er hoffe, keine beruflichen Schwierigkeiten aufgrund seiner Zeugenaussage vor der Untersuchungskommission zu bekommen.

LAbg. Karin Praniess-Kastner: "Hier zeigt sich deutlich, unter welch enormen Druck die Beschäftigten im OWS stehen, wenn sogar der Autor einer Studie, die von der kollegialen Führung in Auftrag gegeben wurde, befürchtet, dass kritische Aussagen für ihn berufliche Nachteile bedeuten könnten."

Wien hat Umsetzung der Psychiatriereform verschlafen

1998, also vor zehn Jahren, hat man im KAV von den personellen Engpässen im OWS bereits gewusst. "Erst im Laufe der Untersuchungskommission 2008 wurde der Mangel teilweise behoben und selbst das nur bei den ÄrztInnen. Der massive Mangel an 16 Therapeuten am OWS besteht nach wie vor", kritisiert Korosec.

Was die Umsetzung der viel zitierten Wiener Psychiatriereform betreffe, so konnte Dr. Zeyringer als Experte hier festhalten, dass der Vorsprung, den man sich vor 30 Jahren erarbeitet habe, mittlerweile vollends verspielt wurde. Korosec: "Dr. Zeyringer hat bestätigt, was auch wir immer wieder kritisiert haben und die SPÖ partout nicht zur Kenntnis nehmen will, nämlich dass die Modernisierung der Psychiatrie in Wien viel zu langsam vonstatten geht." Die Nachteile dieser Laxheit müssen die Patienten tragen. "Wenn zu wenig Therapeuten, Sozialarbeiter und letztendlich auch Fachärzte zur Verfügung stehen, dann muss man hier ganz klar von einem schweren Versäumnis in der Gesundheitsplanung ausgehen", so Korosec.

Die ÖVP hat daher in der heutigen Sitzung der Untersuchungskommission unter anderem die Ladung der verantwortlichen Stadträtin Wehsely sowie von Bürgermeister Häupl beantragt.

Praniess-Kastner: "Wir werden Häupl und Wehsely mit den neuerlich bestätigten Mängeln und Versäumnissen konfrontieren." Es könne nicht sein, dass in regelmäßigen Abständen die Betroffenen auf die prekäre Personalsituation hinweisen und die politisch Verantwortlichen aus diesen Studien und Dokumenten keine Konsequenzen zur Verbesserung der Lage in die Wege leiten.

Ärzte arbeiten bereits am Limit

Aufgrund der jahrelangen Versäumnisse sind die Anforderungen an die verbliebenen Fachärzte am OWS weiter gestiegen. Die nun auf Grund der Untersuchungskommission zugesagten Fachärzte in Ausbildung können nur unter Aufsicht der Oberärzte eingesetzt werden und stellen somit eine weitere Arbeitsbelastung dar. Hier steuere man auf ein großes Problem zu. "Der untragbare Zustand für PatientInnen und Personal muss rasch behoben werden. Die dazu notwendigen Daten und Fakten liegen seit Jahren auf dem Tisch", so Korosec und Praniess-Kastner abschließend.

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