ÖAMTC: Neue Dimension beim Konsumenten-Verwirrspiel an den Tankstellen

Politik muss für Transparenz im Preisdschungel sorgen - Protestaktion auf www.oeamtc.at mit enormem Zulauf

Wien (OTS) - Im Vorbeifahren die Preise an den Tankstellen mit
einem Blick prüfen - das war einmal. Heute scheint es im Interesse vieler Mineralölfirmen zu sein, die Konsumenten lieber nachhaltig zu verwirren als für Transparenz bei den Preisen zu sorgen. Elisabeth Brandau, Verkehrswirtschaftsexpertin des ÖAMTC, registriert seltsame Entwicklungen an Österreichs Tankstellen. "Neue Produkte tauchen auf, Preisanzeigentafeln werden so gestaltet, dass sie sich auf den ersten Blick nicht vergleichen lassen, Preisänderungen erfolgen bis zu sechsmal am Tag. Das alles sind Methoden, die eine Vergleichbarkeit der Preise erheblich erschweren. Es ist Zeit, dass der Wirtschaftsminister für Transparenz sorgt", fordert Brandau.

* Erschwernis 1: Verwirrung der Autofahrer durch die Einführung von neuen Produkten, deren Namen teilweise keinen Rückschluss auf die Qualität des Kraftstoffes zulassen. Derzeit gebräuchliche Kraftstoff-Bezeichnungen sind Ultimate Diesel, V-Power Diesel, Lkw-Diesel, Normal Benzin, Super Benzin, Eurosuper, Super 95, Super Plus, Super 98, Premium Benzin, Super 100, V-Power. Bezeichnungen für Alternativkraftstoffe wie CNG (Erdgas), LPG (Flüssiggas), E85 (Ethanol), Biodiesel, Bioethanol und Pflanzenöl tragen das ihrige zur Verwirrung bei.

* Erschwernis 2: Es gibt kein durchgängiges Sortierungsschema auf den Preisanzeige-Tafeln der Tankstellen. Als Autofahrer braucht man seine Preisinformation auf einen Blick. "Das Durcheinander auf den Anzeigetafeln macht es den Autofahrern nahezu unmöglich, schnelle Vergleiche anzustellen", sagt die ÖAMTC-Expertin.

* Erschwernis 3: Einige Anbieter verwässern durch unterschiedliche Schriftgrößen auf den Anzeigentafeln zusätzlich die Klarheit der Preisangabe.

* Erschwernis 4: Preise wechseln mehrmals täglich. Brandau dazu:
"Auch das ist eine wirksame Methode, Transparenz bei den Preisen zu unterbinden."

ÖAMTC-Forderungen für mehr Transparenz bei Spritpreisen

Der ÖAMTC fordert Wirtschaftsminister Martin Bartenstein auf, klare Spielregeln für Kraftstoffanbieter zu schaffen. Diese sind mit der Mineralölwirtschaft auszuhandeln:

  • Eine einheitliche Regelung, dass an Tankstellen nur einmal am Tag die Preise geändert werden dürfen.
  • Angabe der unterschiedlichen Produkte in einer für alle Tankstellen gleichartigen Abfolge.
  • Gleiche Schriftgröße bei allen Dezimalstellen. *Außerdem schlägt der ÖAMTC eine vereinheitlichte Bezeichnung von Standardprodukten vor. So sollte beispielsweise Benzin mit 95 Oktan eindeutig als solches ausgewiesen werden.

"Alle diese Forderungen sind unabdingbare Voraussetzungen für einen funktionierenden Markt und können sofort umgesetzt werden, ohne dass man deshalb gleich eine amtliche Preisregelung braucht", sagt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin.

ÖAMTC-Protest: Auf der Homepage des Clubs ( www.oeamtc.at ) kann man seine Protestunterschrift gegen den Spritpreis-Wahnsinn setzen und im Online-Forum mitdiskutieren. Bereits über 44.000 österreichische Autofahrer haben mit ihrer Stimme ihren Protest kundgetan, die Zahl der Unterschriften steigt minütlich. Den aktuellen Unterschriftenstand macht ein Zähler auf der Homepage des Clubs transparent.

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