Jakob Auer: Handel gefährdet Versorgung der Kunden mit Milch und Milchprodukten!

Wien (ÖVP-PK) - "Die Preispolitik des Handels gefährdet die Versorgung der Konsumenten mit frischen Milchprodukten", sagte heute, Donnerstag, der ÖVP-Abgeordnete Jakob Auer zu den Lebensmittelpreissenkungen bei diversen Handelsketten. Kritik an den Molkereien oder gar an den Bauern lässt Jakob Auer indes nicht gelten: "Es ist einfach nicht wahr, diese immer wieder als Sündenböcke für gestiegene Preise hinzustellen!" ****

"Wen trifft es am härtesten, wenn sich die Preisschraube bei Lebensmitteln immer weiter nach unten dreht?", fordert Auer eine seriöse Auseinandersetzung darüber, welche Konsequenzen die Preispolitik des Handels nach sich zieht. "Auf Dauer können sich die Bauern dieses Preiskarussell sicher nicht leisten und müssen zusperren", drängt der ÖVP-Bauernbundabgeordnete auf eine stabile und faire Abgeltung für ihre Arbeit und die immer höheren Betriebskosten. Alle Berufsgruppen, Wirtschafts- und Gewerbebetriebe argumentieren zu Recht mit steigenden Kosten, um Preiserhöhungen zu rechtfertigen. "Nur den Bauern wird dies nicht zugestanden", so Auer. Tatsächlich kostete eine Meisterstunde beim Mechaniker 1995 19,70 Euro, 2008 kostet diese 51,50 Euro. Der Bauer bekommt 2008 für den Liter Milch aber weniger als vor dem EU-Beitritt, hat andererseits aber zweieinhalbfach höhere Kosten. "Wie soll sich das wirtschaftlich ausgehen?", stellt Auer zur Diskussion.

Molkereien leisten Bedeutsames!

Neben den Bauern kommen verstärkt auch die österreichischen Molkereien zu Unrecht ins Schussfeld der Kritik. Es wird behauptet, sie würden von den Preissteigerungen profitieren. Dazu Folgendes: Die deutsche Molkerei Berchtesgaden mit einem EGT von 4,5 Millionen Euro zahlt insgesamt 16.000 Euro an Steuern. Eine österreichische Molkerei in diesem Ausmaß müsste 1,1 Millionen Euro an Körperschaftssteuer zahlen. Eine österreichische Molkerei hat im Vergleich um 7.000 Euro höhere Lohnkosten pro Mitarbeiter als etwa eine Südtiroler Molkerei. "Und trotzdem zahlen unsere Molkereien im Durchschnitt einen besseren Milchpreis! Österreichische Molkereien leisten Bedeutsames und ich lasse es einfach nicht zu, sie ins negative Licht zu stellen", betont Auer.

Ein gezielter Blick in die Verkaufsregale würde gut tun. Die Produktpalette wird immer größer und hat schon lange nichts mehr mit einer gerechten Preisgestaltung zu tun. "Wer hier kräftig kassiert, kann sich jeder ausmalen. Die Bauern sind es nicht, die Molkereien sind es nicht, die Konsumenten sind es auch nicht! Und wer meint, dass dies die Landwirtschaft auf Dauer verkraften kann, der täuscht sich", so Auer.
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