Wlodkowski: Bauernmilchpreis darf nicht weiter sinken - Kosten explodieren

Molkereien dürfen Druck des Lebensmittelhandels nicht nachgeben

Wien (OTS) - "Die explodierenden Preise für Betriebsmittel (Diesel +45%, Futtermittel +56%, Dünger +63%, Saatgut +17%) haben die Milchpreis-Steigerung des Vorjahres, die zwischen 7 und 8 Cent pro Kilogramm Milch lag, bereits wieder wettgemacht. Die Kosten für die Milchbauern sind nämlich um fast 7 Cent pro kg gestiegen. Deshalb dürfen die Bauernmilchpreise nicht weiter sinken. Dem Handel muss unmissverständlich klar gemacht werden, dass Milch ein wertvolles Lebensmittel ist, das sich nicht als Lockprodukt eignet. Denn es kann ja nicht sein, dass der Handel den öffentlichen Forderungen nach niedrigeren Preisen auf Kosten der Milchbauern nachkommt. Wir appellieren daher an die Molkereien, dem Druck des Lebensmittelhandels nicht nachzugeben", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, fest und sicherte den Molkereien die volle Unterstützung der Bauernvertretung bei Verhandlungen zu.

Molkereien-Auftrag

"Unsere Molkereien sind in der überwiegenden Zahl Genossenschaften und somit im Eigentum der Milchbauern. Sie haben also den Auftrag, ihren Mitgliedern den bestmöglichen Milchpreis zu sichern. Daher dürfen sie nicht jedem Druck des Handels nach niedrigeren Preisen nachgeben. Die Bauernvertretung ist jedenfalls bereit, die Molkereien dabei zu unterstützen, dem Handel klar zu machen, dass Milch und Milchprodukte nicht nur hochqualitative, wertvolle Lebensmittel und keine Wegwerfprodukte sind, sondern dass der Konsument heimische Qualität will und auch bereit ist, dafür einen fairen Preis zu zahlen", erklärte Wlodkowski.

Konsumenten als Partner

"Die wichtigsten Partner der Milchbauern sind die Konsumenten. Milchpreis-Senkungen sind nicht zu ihrem Vorteil. Einerseits retten fünf eingesparte Euro pro Jahr kein Haushaltsbudget, andererseits aber verliert ein Milchbauer dadurch pro Jahr mehrere tausend Euro. Das kann ja nicht im Sinne der Konsumenten, aber auch nicht im Sinne des Handels sein. Beim Milchpreis kann der Lebensmittelhandel nun zeigen, wie ernst ihm die Partnerschaft mit der Landwirtschaft wirklich ist", betonte Wlodkowski.
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