Zanger: Europa hat keinen Bedarf an US-Chlorgeflügel

Bundesregierung muss EU-Kommissionsvorstoß zurückweisen

Wien (OTS) - "Elf Jahre lang galt in der EU ein Importverbot für die sogenannten Chlorhühner aus den USA", berichtet FPÖ-Konsumentenschutzsprecher NAbg Wolfgang Zanger. "Es ist kein Zufall, dass die EU-Kommission kurz vor dem EU-USA-Gipfel in Slowenien daran denkt, diese Einfuhrsperre wieder aufzuheben."

Niemand in Europa habe Bedarf an den mit Chlor desinfizierten Hühnerschenkeln und Putenbrüsten aus den USA, erklärt Zanger. Der Selbstversorgungsgrad in Europa sei ausreichend. "Der Vorstoß der Kommission kann also nur als Demutsgeste Brüssels gegenüber Washington gedeutet werden, um den schwelenden, zahlreiche Branchen betreffenden transatlantischen Handelsstreit schrittweise beizulegen. Dass die Bedürfnisse der Konsumenten den Eurokraten lediglich ein Klotz am Bein, aber allzu selten Handlungsauftrag sind, ist nichts Neues."

Was den Kommissions-Vorschlag besonders brisant erscheinen lasse, seien Berichte aus den USA, die massenhafte Vergiftungen nach dem "Genuss" des Chlorgeflügels zum Inhalt hätten, so Zanger. Die unter haarsträubenden Bedingungen gehaltenen Tiere seien derart verkeimt, dass selbst das desinfizierende Chlorbad oftmals nicht ausreiche, um alle Krankheitserreger abzutöten.

"Bevor uns diese Hühnerkeule trifft", so der freiheitliche Konsumentenschutzsprecher weiter, "müssen allerdings alle 27 EU-Mitgliedsstaaten dem Kommissionsvorschlag zustimmen. Die österreichische Bundesregierung ist deshalb in der Pflicht, diesen mutmaßlichen Anschlag auf unsere Gesundheit zu unterbinden. Heute ist das noch möglich. Mit dem Inkrafttreten des für 2015 geplanten transatlantischen Binnenmarktes TAFTA ist es mit den Mitsprachemöglichkeiten der Europäer endgültig vorbei. Gemeinsame Zulassungskriterien werden spätestens dann dafür sorgen, dass der europäische Markt im Lebensmittel- und Pharmabereich mit US-Produkten überschwemmt wird, die bei uns heute aus guten Gründen mit dem Etikett >Eintritt verboten!< versehen sind", stellt Zanger abschließend fest.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0003