Kinder und Jugendliche konsumieren Tabak - zu Beginn meist unfreiwillig

Wien (OTS) - Bereits ein Fünftel der 15 Jährigen greift täglich zur Zigarette. Viele Kinder und Jugendliche werden aber zum Tabakkonsum gezwungen: Weil Mütter während der Schwangerschaft rauchen oder die Kinder mit rauchenden Erwachsenen leben. Ihr Krankheitsrisiko verdoppelt sich dadurch.

20 % der 15 Jährigen rauchen täglich

Viele Kinder und Jugendliche greifen freiwillig zu Zigaretten:
Fast zwei Drittel der 15-Jährigen haben Zigaretten schon probiert, rund 20% rauchen täglich. Bedenklich, denn die Jugendschutzgesetze erlauben den Tabakkonsum erst ab 16 Jahren. Um den Tabakkonsum Jugendlicher einzuschränken, ist in Österreich Tabakwerbung in Print-und elektronischen Medien verboten. Auch der Erwerb von Tabakwaren an Automaten wurde an eine Alterskontrolle gekoppelt.

Verbote und Kontrollen sind zwar ein wichtiges Instrument. Um die Lust an der Zigarette zu dämpfen, braucht es aber zusätzliche Initiativen. "Tabakprävention muss beim Selbstwertgefühl der Kinder ansetzen." betont Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich. "Kinder stark machen heißt die Devise. Dann brauchen sie keine Zigaretten mehr, um dazu zu gehören und sich erwachsen zu fühlen."

Kinder haben keine Wahl

Kinder werden aber oft schon ganz früh zum Tabakkonsum gezwungen. Überträgt man Zahlen aus Deutschland, wonach 20% der Schwangeren rauchen, so wären in Österreich letztes Jahr 15.000 der Neugeborenen bereits im Mutterleib den Rauchschadstoffen ausgesetzt. Die Folge sind eine höhere Wahrscheinlichkeit für Fehl-, Tot-, und Frühgeburten. Auch das Risiko für bestimmte Fehlbildungen, wie die Ausbildung der Lippen-Gaumenspalten, ist erhöht.

Auch nach der Geburt geht für viele die Belastung durch Passivrauch weiter: Zahlen aus Deutschland belegen, dass jedes zweite Kind unter 13 Jahren in Rauch-Haushalten lebt. In Zahlen ausgedrückt sind in Österreich rund 630.000 Kinder und Jugendliche unfreiwillig dem Tabakrauch ausgesetzt, da sie ihre verrauchte Umgebung ja nicht einfach meiden können.

Die Auswirkungen des Passivrauchens sind bei den Heranwachsenden jedoch noch dramatischer als bei Erwachsenen: der kindliche Organismus ist gegenüber Tabakrauch besonders empfindlich, da Organe und Immunsystem noch nicht voll entwickelt sind. Während des Lungenwachstums im Kindesalter erhöht Tabakrauch z.B. die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Asthma. Rauchen beide Elternteile, so leiden die Kinder doppelt so häufig an Husten, Heiserkeit, Schwindel und Kopfschmerzen als Kinder aus Haushalten, in denen nicht geraucht wird.

Aus Sicht der Gesundheitsförderung ist das eine Zwickmühle:
einerseits wollen wir alles unternehmen, um Kinder und Jugendliche vor den Folgen des Tabakrauchs zu schützen, andererseits gibt es schlechte Erfahrungen bei dem Versuch, das Leben der Menschen mit Verboten bis ins Wohnzimmer zu regeln. Solche Eingriffe in die Privatsphäre finden meist wenig Akzeptanz und sind faktisch nicht zu kontrollieren. Der Leiter des Fonds Gesundes Österreich, Mag. Christoph Hörhan, appelliert deshalb eindringlich an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern. "Nehmen sie den Weltnichtrauchertag zum Anlass und ermöglichen Sie Ihrem Kind eine gesunde Zukunft! Erklären Sie die Wohnung und das Auto zur rauchfreien Zone. Wir wissen, dass Kinder aus Haushalten, in denen nicht geraucht wird, seltener erkranken und selbst dem Rauchen besser widerstehen können."

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Susanna Weidinger
Gesundheit Österreich GmbH
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