Tumpel: Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes greift

Wahlmöglichkeit weiter ausbauen, Maximaldauer für AlleinerzieherInnen, Betreuungsangebot sichern

Wien (OTS) - "Die Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes, die mit 1.Jänner 2008 eingeführt wurde, erweist sich als voller Erfolg", erklärt AK Präsident Herbert Tumpel. Fast ein Drittel der Eltern haben sich bereits unmittelbar nach der Einführung für eines der neuen Modelle entschieden. Am meisten werden die Kurzvarianten in Wien genützt, auch von den Männern werden die Kurzvarianten bevorzugt. Das von der AK eingebrachte Modell (20 Monate allein/24 Monate bei Teilung) wird dabei am stärksten genutzt. "Dies ist nicht verwunderlich, passt es doch am Besten mit der arbeitsrechtlichen Karenz zusammen", sagt Tumpel und fordert erneuert, dass die finanzielle Zuverdienstgrenze zu einer Wahlmöglichkeit zwischen einer Beitragsgrenze und einer Arbeitszeitgrenze von 24 Stunden weiter entwickelt wird. "Besser verdienenden Frauen und Männern wird es dadurch ermöglicht, ihr Kind zu betreuen und ein sinnvolles Ausmaß an Arbeitszeit auszuüben, ohne gleich das Kinderbetreuungsgeld zu verlieren", argumentiert der AK Präsident. Außerdem verlangt Tumpel, dass Alleinerziehende, die keine Möglichkeit zur partnerschaftlichen Teilung der Kinderbetreuung haben, bei allen Bezugsvarianten des Kinderbetreuungsgeldes die Maximaldauer in Anspruch nehmen können.

Im Jänner waren es 3.300 Eltern, die sich für eine neue Variante entschieden, im Februar 6.100 und im März 8.300, im April bereits 12.600. Der Trend geht also stetig nach oben. Die Kurzvarianten werden am meisten von Angestellten, Vertragsbediensteten und Selbstständigen genutzt.

Von den neuen Varianten wird das von der AK vorgeschlagene Kinderbetreuungsgeld mit 624 Euro monatlich bis längstens zum zweiten Geburtstag des Kindes am stärksten angenommen. 8.800 Personen haben diese Variante bereits beantragt.

Am meisten werden die Kurzvarianten in Wien genutzt: In Wien nützen 43 Prozent der Eltern die Kurzvarianten. Im Durchschnitt der anderen Bundesländer (ohne Wien) werden die Kurzvarianten von 27 Prozent genützt.

Kurzvarianten werden von Männern stärker genutzt. Dieser Trend zeichnet sich schon nach so kurzer Zeit ab. Mit knapp 7 Prozent liegt der Väteranteil bei der Variante 15 + 3 deutlich über dem österreichweiten Schnitt von vier Prozent.

Die neuen Modelle sind also ein Schritt in die richtige Richtung. Die Wahl der kürzeren Modelle ist auch mit einem früheren Wiedereinstieg von Frauen verbunden. Kürzere Berufsunterbrechungen können auch zu einer Verringerung des Gehaltsverlusts von Frauen beim Wiedereinstieg beitragen.

Bedarf an Betreuungsplätzen wird steigen
Durch die hohe Inanspruchnahme der Kurzvarianten steigt auch der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder. Die AK erwartet von den Ländern und Gemeinden, dass sie sich vorausschauend auf den höheren Bedarf einstellen und entsprechende Vorkehrungen treffen. "Es wäre absurd, wenn viele Eltern bereits früher zurückkehren wollen, dann aber wegen fehlender Kinderbetreuung am Wiedereinstieg gehindert werden", sagt Tumpel.

Derzeit werden österreichweit lediglich 6.100 unter 2-jährige Kinder in Einrichtungen und rund 1.100 durch Tageseltern betreut. Dieses Betreuungsangebot war bereits bisher nicht ausreichend und wird künftig deutlich ansteigen müssen. Rund acht Prozent entscheiden sich für die Variante 15 + 3 Monate, was bei rund 80.000 Geburten jährlich alleine schon einen Betreuungsbedarf für 6.400 Kinder unter 2 Jahren ergibt. Auch bei der Kurzvariante 20 + 4 Monate, die bei Fortsetzung des bisherigen Trends rund 18.400 Personen pro Jahr nützen werden, wird es vielfach einen Bedarf nach einem Betreuungsplatz vor dem 2. Geburtstag geben. Denn nicht alle Eltern werden das Kinderbetreuungsgeld partnerschaftlich teilen.

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