Neues Volksblatt: "(von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. Mai 2008

Linz (OTS) - Eigentlich ist es schade, dass ein einziger Satz des Bundeskanzlers genügt, um das Parlament in Misskredit zu bringen. Raffgierige Faulpelze, die nach 16 Uhr dem Nichtstun frönen und während der Parlamentssitzungen die Zeit mit Computerspielen tot schlagen: Darauf hat der Boulevard empört hechelnd reduziert, was Alfred Gusenbauer vor zwei Wochen in Argentinien als Kompliment an die dortigen Abgeordneten auf Kosten der heimischen Mandatare los werden musste.
Man kann das Ganze aber auch positiv sehen. Verärgert über einen Kanzler, der seine Abgeordnetenzeit offenbar als nicht besonders arbeitsreich in Erinnerung hat, nehmen die Parlamentsverantwortlichen einen ordentlichen Anlauf in Richtung Imageverbesserung. Nicht, dass die Arbeit im Hohen Haus nicht transparent wäre - zumindest wer sich interessiert, kann wissen, wie was läuft. Erreichen muss man freilich die Skeptischen, jene, die keine gute Meinung über den Parlamentarismus haben. Dass weder die Regierungsparteien noch die Opposition bei der Bevölkerung derzeit einen Stein im Brett haben, beweist, dass die Vermittlung politischer Arbeit jeden Tag aufs neue eine Bringschuld der Mandatare ist.

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