Lourdes: Feierliche Eröffnung der Internationalen Soldatenwallfahrt

Gemeinsamer Gottesdienst der österreichischen und Schweizer Soldaten zum Auftakt – Größtes militärisches Treffen Europas mit 25.000 Soldaten – Bischofsvikar Freistetter: Lourdes ist Zeichen der Hoffnung auf Frieden und Versöhnung

Lourdes, 23.5.08 (KAP) Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel im Militärcamp hat am Freitagvormittag für die Teilnehmer aus Österreich und der Schweiz die internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes ihren Anfang genommen. Die Messfeier, an der rund 2.500 Soldaten und Pilger teilnahmen, wurde von Militär-Generalvikar Franz Fahrner geleitet. Er steht in Vertretung des erkrankten Militärbischofs Christian Werner an der Spitze der österreichischen Abordnung.

Knapp 1.100 Soldaten aus Österreich sind nach Lourdes gekommen, insgesamt halten sich 25.000 Soldaten aus 40 Nationen für drei Tage im französischen Marienheiligtum auf. Dazu kommen noch mehr als 5.000 Pilger. Besonders starke Abordnungen zur Wallfahrt kommen neben Frankreich traditionell aus Spanien, Italien und Kroatien. Wie Generalvikar Fahrner im "Kathpress"-Gespräch sagte, handelt es sich bei der Soldatenwallfahrt um das größte militärische Treffen Europas. Gerade angesichts des Jubiläums "50 Jahre internationale Soldatenwallfahrt" bemühe sich auch jede Nation, sich besonders aktiv einzubringen. Die Jubiläumswallfahrt werde zu einem großen Fest des Glaubens und der Begegnung werden.

Bischofsvikar Msgr. Werner Freistetter erinnerte in seiner Predigt beim Gottesdienst für die österreichischen und Schweizer Soldaten an die Anfänge der Wallfahrt vor 50 Jahren. Französische und deutsche Soldaten hätten damals ein Zeichen der Versöhnung und der Hoffnung auf Frieden setzen wollen und ein solches Zeichen sei die Wallfahrt auch heute noch, so Freistetter. Die Botschaft von Lourdes habe zutiefst mit der Sehnsucht der Menschen nach Versöhnung und Friede zu tun. In Lourdes sei sowohl die heilende Begegnung des Menschen mit Gott in besonderer Weise möglich wie auch die Begegnung der Menschen untereinander, betonte Freistetter.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten die Gardemusik und die Militärmusik Burgenland gemeinsam inne, verstärkt durch "Ars Musica" unter der Chorleitung des Wiener Dommusikus Thomas Dolezal. Während der Messe wurde auch eines österreichischen Soldaten gedacht, der sich am Donnerstag das Leben genommen hatte.

Der offizielle Auftakt zur Internationalen Soldatenwallfahrt fand am Freitagnachmittag statt. 25.000 Soldaten marschierten – erstmals in dieser Form - in einer großen Parade vom Stadtzentrum zum "heiligen Bezirk" von Lourdes. In der Basilika Pius X. fand dann eine audiovisuelle Meditation über Leiden, Tod und Auferstehung Christi statt. Es folgten eine eucharistische Prozession und die Krankensegnung. Bei der Prozession kam erstmals die neue, von Militärbischof Werner gestiftete Monstranz zum Einsatz, die eigens für die Soldatenwallfahrt in Auftrag gegeben worden war.

Dorf der Friedensstifter

Das Jubiläum "50 Jahre internationale Soldatenwallfahrt" fällt heuer mit dem 150-Jahr-Jubiläum der Marienerscheinungen in Lourdes zusammen. Aus diesen Anlass wurde im Zentrum von Lourdes ein großer Veranstaltungsbereich eingerichtet. Dieses sogenannte "Dorf der Friedensstifter" wartet mit zahlreichen kulturellen und religiösen Initiativen und Angeboten auf. Die österreichische Militärseelsorge hat u.a. eine Ausstellung über den selig gesprochenen Märtyrer Franz Jägerstätter organisiert. Eröffnet wird das "Dorf der Friedensstifter" am Samstagvormittag. Am Samstagnachmittag werden auch Kardinal Christoph Schönborn und Verteidigungsminister Norbert Darabos dem Dorf einen Besuch abstatten.

Messfeier mit Kardinal Schönborn

Kardinal Schönborn wird am Samstagabend an einer festlichen Messfeier in der Basilika Pius X. teilnehmen, bei der rund 100 Soldaten getauft bzw. gefirmt werden. Auch aus Österreich werden zwei Soldaten gefirmt.

Höhepunkt der Soldatenwallfahrt ist die große Messfeier am Sonntag, 25. Mai. Den Gottesdienst, zu dem mehr als 30.000 Soldaten und Pilger erwartet werden, wird Kardinal Schönborn leiten. Die Messe findet auf jenem Platz statt (Prairie), wo auch Johannes Paul II. 2004 bei seinem Lourdes-Besuch die Eucharistie gefeiert hatte. Die musikalische Gestaltung haben wieder Gardemusik und Burgenländische Militärmusik sowie "Ars Musica" inne. Zur Aufführung kommt eine neue Messe, die Dommusikus Dolezal eigens für diesen Anlass komponiert hat.

Der besondere Stellenwert der Internationalen Soldatenwallfahrt wird heuer auch dadurch deutlich, dass rund 15 Staatspräsidenten, Premier-und Vizepremierminister, sowie Verteidigungs- und Innenminister an der Veranstaltung teilnehmen. Protokollarisch an der Spitze steht die irische Staatspräsidentin Mary Patricia McAleese. (forts) K200804764
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001