- 23.05.2008, 11:57:14
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Klimaschutz kostet weit weniger Geld als die Zerstörung des Weltklimas - Denn die kostet uns unsere Zukunft!
Wien (TP/OTS) - Dieses Zitat lieferte Dr. Franz Alt, Visionär,
Buchautor und Journalist aus Deutschland, bei der Naturfreunde
Umweltkonferenz am 23.5.2008 in Linz
Der menschliche Einfluss auf die globale Erwärmung ist nicht mehr
zu leugnen. Die oft schon dramatischen Folgen der Klimaänderung
machen sich längst bemerkbar - auch in Österreich.
Aus diesem Anlass veranstalteten die Naturfreunde Österreich, als
eine der ältesten und größten Freizeit- und Umweltorganisationen,
die Umweltkonferenz unter dem Motto "Die Welt ist erneuerbar!" -
Herausforderung Klimawandel: Auswirkungen und Gegenstrategien. Dieses
wichtige Thema wird mit der Naturfreunde-Kampagne "Klimaschutz jetzt"
bereits seit mehreren Jahren bewusstseinsbildend und mit konkreten
politischen Forderungen umgesetzt.
Mehr als 250 interessierte Personen folgten der Einladung um sich
über den aktuellen Wissensstand der Klimaproblematik und mögliche
Auswege daraus zu informieren.
"Durch Energieeinsparung, effizienteren Umgang mit der Energie und
Totalumstieg auf erneuerbare Energien könnte der Trend, dass Arme
immer ärmer und Reiche immer reicher werden, aufgehalten werden", so
weiters Dr. Alt in seinem mitreißenden Vortrag. Denn seine Vision ist
es, durch eine Energiewende geht es zukünftig Reichen und Armen
besser.
Univ. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb: "Eine Wende ist innerhalb von 10
Jahren notwendig, um überhaupt eine Chance auf Anpassung an die
Folgen des Klimawandels zu haben. Es werden gewaltige Veränderungen
sein und sie werden uns alle berühren. Die Aufgabe der Politik ist
es, dass die Prognosen der Wissenschaftler nicht eintreten!" Frau
Helga Kromp-Kolb sieht die Naturfreunde als Chance für eine wichtige
Wertewende: "Nicht ständige Kapitalsteigerung macht glücklich - es
sind die kleinen Dinge des Lebens, wie z.B. in der Wiese liege und
mit der Seele baumeln."
Univ. Doz. Dr. Peter Weish: "Das sich abzeichnende Ende des
"Erdölzeitalters" führt unausweichlich zu einer Energiewende.
Notwendig dazu ist eine "Gesamtalternative". Das bedeutet,
zukunftsfähige Konzepte im Zusammenhang zu sehen und gemeinsam
umzusetzen. Beispielsweise muss "Kostenwahrheit" (im Sinne des
Verursacherprinzips) verwirklicht werden, um richtige Preissignale zu
setzen - so wie bereits seit Jahren durch die Naturfreunde Österreich
gefordert.
"In der aktuellen Klimawandeldiskussion spielt die Erhaltung und
Qualitätssicherung der natürlichen Treibhausgas-Senken wie Wälder,
Feuchtgebiete mit Mooren oder Böden, eine untergeordnete Rolle. Durch
die weltweite Rodung von Wäldern und die Umwandlung in
Produktionsflächen für z.B. biogene Treibstoffe, werden viele
Anstrengungen zur Treibhausgasminderung wieder zu Nichte gemacht.
Hier gilt es genauso anzusetzen um Erfolg im Klimaschutz zu haben",
so Dipl.Ing. Gerald Plattner, Umweltreferent der Naturfreunde
Österreich.
Prof. Sepp Friedhuber, Biologe, Buchautor und Fotograf hat durch
intensive Forschungen der Arktis und Antarktis erschütternde
Auswirkungen feststellen müssen. Seiner Meinung nach, wird die
Menschheit die Klimaspirale nicht zurückdrehen können, daher sollten
wir uns so schnell wie möglich auf die Szenearien der Zukunft
einstellen und ehestmöglich Anpassungsmaßnahmen treffen. Vor allem
muss von der Politik Vorsorge im Sinne einer "ökologischen
Landesverteidigung" auf lokaler, nationaler und globaler Ebene
eingefordert werden.
Dipl. Ing. Hubert Fechner von Arsenal Research: "Der Trend zu
einer erneuerbaren Energiezukunft ist klar absehbar; die Frage ist
einzig, wie rasch und wie konsequent die energiepolitischen Weichen
gestellt werden, um Österreichs Wirtschaft die Chance zu geben, sich
in diesen Zukunftstechnologien positionieren zu können."
Diesbezüglich umweltpolitische Forderungen der Naturfreunde
Österreich werden in Form von Anträgen bei der morgigen
Bundeskonferenz in Linz behandelt und verabschiedet werden.
Die Bundeskonferenz wird folgende Anträge verabschieden.
1. Ja zum nachhaltigen und sozial verträglichen Klimaschutz in
Österreich und der Europäischen Union
2. Klimawandel und Klimaschutz - Die Herausforderung annehmen und
bewältigen - Entscheidungsträger müssen endlich handeln
3. Agrotreibstoffe der 1. Generation - ein untauglicher Versuch
zur CO2-Emissions-Reduzierung
4. Den öffentlichen Verkehr neu belebenBundesvorsitzender Dr. Karl Frais hat im Rahmen der Konferenz
klargestellt, dass die Zeit von halbherzigen Lösungen vorbei ist:
"Wir brauchen eine umfassende, koordinierte Strategie auf globaler,
aber zumindest auf europäischer Ebene, um den Herausforderungen des
Klimawandels zu begegnen. Diese Strategie muss folgende zentrale
Punkte umfassen: Erstens Forschung und Entwicklung in Richtung
Energiesparen und alternative Energien, um nicht durch die
Verknappung von Ressourcen in eine 2-Klassen-Gesellschaft
abzudriften. Zweitens brachen wir detaillierte
Katastrophenschutzpläne, um die Bevölkerung vor den negativen Folgen
des Klimawandels schützen zu können. Drittens muss klargemacht
werden, dass Atomstrom keine nachhaltige Zukunftstechnologie
darstellt - wir müssen natürliche Ressourcen wie Wind, Wasser, Sonne
und Biomasse zur Deckung des Energiebedarfs nutzen. Optimale
Energieeffizienz muss dabei als Grundprinzip auf allen Ebenen gelten.
Zur Beschleunigung dieser Ziele sollen Börsen-Spekulations-gewinne
weltweit besteuert und zweckgebunden werden."
Rückfragehinweis:
Detailauskünfte:
Naturfreunde Österreich
Dipl.Ing. Regina Hrbek
Tel. 0664 852 17 33
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