Brosz: Muttersprachlicher Unterricht für MigrantInnenkinder muss mehr als Ankündigung werden

Pläne für ein Lehramtsstudium Türkisch fehlen weiterhin

Wien (OTS) - Die Unterrichtsministerin will muttersprachlichen Unterricht an Österreichs Pflichtschulen anbieten. "Schmieds Lippenbekenntnisse stehen jedoch im Widerspruch zu den Maßnahmen der Regierungsparteien. Erst im vergangenen Herbst haben SPÖ und ÖVP den Eltern per Gesetz die alleinige Verantwortung für das Erlernen der Unterrichtssprache umgehängt und mit dem Streichen der Familienbeihilfe gedroht", so Dieter Brosz, Bildungssprecher der Grünen zur Ankündigungspolitik der Unterrichtsministerin. Der Sprachförderung war Thema des Unterausschusses des Unterrichtsausschusses im Jänner diesen Jahres, wo sich sogar der ÖVP-Bildungssprecher für muttersprachlichen Unterricht eingesetzt hat. "Der Umsetzung steht also nicht einmal der gewohnt spröde Koalitionspartner im Weg", fordert Brosz die rasche Einführung des Lehramtsstudiums Türkisch.

Die Sprachen der MigrantInnen müssen in Österreich endlich gleichwertig behandelt werden, nur dann wird die Förderung der Muttersprache funktionieren. "Man kann in Österreich zahlreiche Sprachen als Lehramt studieren, nicht aber Türkisch. Somit gibt es für eine der größten MigratInnengruppen keine Möglichkeit ihre Muttersprache in den Schulen auf dem selben Niveau wie Englisch oder Französisch zu lernen", stellt Brosz fest. "Es wird Zeit den Fremdsprachenunterricht massiv auszubauen und besonders in Österreich bereits vorhandene Sprachkenntnisse der SchülerInnen zu nutzen." Für einen qualitativ hochwertigen Sprachunterricht müssen entsprechende Lehrkräfte ausgebildet werden. "Türkisch als Lehramt zu studieren muss endlich ermöglicht werden. Hier gilt es zu investieren und vorhandene Fähigkeiten zu fördern und auszubauen", so Brosz.

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