Innsbruck hofft auf Niki Lauda (Von Frank Staud)

Ausgabe vom 21. Mai 2008

INNSBRUCK (OTS) - Sollten die ÖBB die Strecke nach Wien in drei Stunden schaffen, würde niemand mehr fliegen.

SkyEurope schränkt das Flugangebot ab Innsbruck Stück für Stück ein. Im Winterflugplan sind die Wien-Flüge ganz gestrichen. Die schönen Zeiten, in denen wir Tirolerinnen und Tiroler um 29 Euro in die Hauptstadt düsen konnten, sind bald wieder vorbei.

Schuld sind wir selbst, vor allem die Vielflieger, also die Firmen und Manager. Denn wie zu jenen Zeiten, als der Südtiroler Anbieter Air Alps Tyrolean auf der Wien-Strecke den Kampf ansagte, konterte die AUA-Tochter auch dieses Mal geschickt.

Jene Kunden, welche in großer Stückzahl Tyrolean-Tickets nach Wien gekauft haben, erhielten Gutschriften, welche die Abos praktisch kostenlos verlängerten. Somit wechselte kaum jemand der wichtigen Geschäftsklientel zur Billigkonkurrenz.

Rein mit privaten Wien-Ausflüglern ist die Strecke langfristig nicht kostendeckend bedienbar. Die Tage, an denen Tyrolean Flüge um 99 Euro anbietet, sind gezählt. Es heißt, Geldtaschen zücken und Preise wie nach New York um rund 400 Euro einkalkulieren.

Die Hoffnungen ruhen auf Niki Lauda und den ÖBB. Wenn der frühere Formel-1-Champion seine Ankündigung wahr macht und Innsbruck mit seiner "NIKI" in Angriff nimmt, bekommt Tyrolean erstmals ernsthaft Konkurrenz. Denn Lauda kennt als früheres Mitglied von Austrian Airlines alle Tricks. Aufgrund seines Namens und Marketingtalents hat er auch andere Zugänge zur Tiroler Wirtschaft.

Nützen könnten diese Lücke auch die ÖBB. Würde die Bahn Innsbruck-Wien in drei Stunden schaffen, käme niemand auf die Idee, zu fliegen. Aber beim Tempo der ÖBB bleibt dies wohl ein Wunschtraum.

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion,
Tel.: 05 04 03 DW 610

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT0001